Tage des offenen Denkmals 2014 im Ernst-Thälmann-Park

Im Januar 2014 wurde das städtebauliche Ensemble des Ernst-Thälmann-Parks in die Denkmal-Liste des Berliner Landesamtes für Denkmalschutz aufgenommen. Die Aktiven der Anwohnerinitiative (AI)Thälmannpark begrüßten diese überraschende Entscheidung mit der Überschrift „Wir sind Denkmal“ auf Ihrer Website. Das Presseecho auf diesen Vorgang war überwältigend. Gleichwohl war aus den Pressestimmen schnell zu erkennen, dass die meisten Akteure aus Politik und Verwaltung  von dieser wegweisenden fachlich-wissenschaftlichen Entscheidung nicht nur ebenso überrascht, sondern zunächst weitaus weniger angetan waren als die Aktiven der AI. Es herrschte offensichtlich eine gewisse Schockstarre und Verwirrtheit in den Köpfen der Macher, einige ließen sich in ihrer Hilflosigkeit zu manch unschöner polemischer Äußerung über unser Areal gegenüber der Presse hinreißen, wie z.B. Hr. Kirchner, der das Thema der Altlasten höchst professionell mit dem Denkmalschutz verband. Offensichtlich muss erst einmal etwas Wasser die Spree herunterfließen, bevor das Ausmaß und die langfristigen Konsequenzen dieser Entscheidung, gerade im Zusammenhang mit der parallel zu Ende gehenden und höchst umstrittenen Voruntersuchung des Bezirksamtes, langsam klar werden können.  Dieser Prozess der Klärung, sachlichen Analyse und zukünftigen Ausgestaltung hat nun, knapp acht Monate nach der Entscheidung des Landesamtes für Denkmalschutz, auch in der Öffentlichkeit begonnen. Dazu beigetragen haben zwei – teilweise parallel stattfindende –  ausgezeichnete Ausstellungen des Kulturamtes in Pankow: „Gasometer sprengt man nicht“ und „Jetzt wird’s Ernst – Die Vision Thälmannpark“. Im Rahmenprogramm beider Ausstellungen wurde und wird das  Thema Denkmalschutz ausführlich behandelt und in der Öffentlichkeit diskutiert.

Einen ersten Höhepunkt dieses Diskurses konnte man an den zwei Tagen des offenen Denkmals 2014 erleben. Da auch Aktive der Anwohnerinitiative diesen Tag inhaltlich mit gestaltet haben, fand sowohl am Samstag den 13.09.2014 als auch am Sonntag, den 14.09.2104, eine Führung durch das städtebauliche Ensemble mit kompetenten Denkmalschutz-Experten statt.

Die Führung unter dem Titel „Denk mal Platte“ am Samstag, den 13.09.2014, wurde von Carlo Costabel geleitet, der seine Bachelor  Thesis „Erbe ohne Wert? – Eine Betrachtung des Ernst-Thälmann-Parks unter denkmalpflegerischen und planerischen Gesichtspunkten“ an der Technischen Universität Berlin im Institut für Stadt- und Regionalplanung am 07.11.2013 vorgelegt hat.

Über 50 interessierte Bürger versammelten sich um 15:00 Uhr zu dieser Führung am Info-Point des parallel stattfindenden Anwohner-Flohmarktes der AI Thälmannpark in der Promenade der Wohnanlage.  Ausgehende vom Treffpunkt an der Promenade bewegte sich die Gruppe zunächst auf die große Wiese des Thälmannparks, um sich am ersten Haltepunkt von Carlo Costabel über die Geschichte des Areals bis zum Abriss des Gaswerkes informieren zu lassen. Am zweiten Haltepunkt, dem Rondell hinter dem Kiezteich, konnten die Teilnehmer in entspannter Sitzhaltung den weiteren Erläuterungen von Carlo Costabel lauschen. Die Zeit verging rasend schnell, und die Gruppe bewegte sich dann auf den Denkmalplatz vor das Ernst-Thälmann-Denkmal. Anschließend ging es zurück zum Rondell, da schon über eine Stunde vergangen war, um innerhalb der Ruhe des Parks den abschließenden Worten zu lauschen, Fragen zu stellen und in eine sachliche Diskussion überzugehen. Knapp zwei Stunden waren vergangen seit Beginn der Führung, und nur wenige Teilnehmer gingen unterwegs verloren J.

Am darauffolgenden Sonntag fand die zweite Führung statt. Treffpunkt um 11:00 Uhr war das Ernst-Thälmann-Denkmal. Ein äußerst hefiger Regenguss gegen 09:45 Uhr erschöpfte sich nach knapp einer Stunde und so trafen sich über 40 Menschen, um Dr. Bernhard Kohlenbach vom Landesdenkmalamt Berlin bei seinem Vortrag zu begleiten. Das Erlebnis, Hr. Dr. Kohlenbachs sachlichen, spannenden und kompetenten Ausführungen „aus erster Hand“ beiwohnen zu können, war beeindruckend. Auch diese Führung erstreckte sich über mehrere Stationen. Ausgehend vom Denkmalplatz begab sich die Gruppe zunächst auf die große Wiese hinter dem Denkmal, und dort entwickelte sich aus der Gruppe der Teilnehmer eine äußerst spannende Fachdebatte, die uns alle begeisterte. Anschließend spazierte man gemütlich zum Eingangsbereich des Kulturareals in der Danziger Straße, um sich über dieses wichtige kulturelle Areal zu informieren. Danach ging weiter es entlang der Promenade, mit einem kurzen Zwischenhalt beim Bäcker, zur Ernst-Thälmann-Schwimmhalle zur Abschlussrunde. Auch hier fand ein intensiver Meinungs- und Informationsaustausch statt. Nach über zwei kurzweiligen Stunden verabschiedete sich die Gruppe mit lebhaftem Applaus von Hr. Dr. Kohlenbach.

Beide Führungen haben beim Autor dieser Zeilen einen tiefen Eindruck hinterlassen. Die Führungen haben sich inhaltlich und vom räumlichen Zugang zum Thälmannpark-Areal perfekt ergänzt und zeichneten sich durch Gespräche und persönliche Auftritte der Beteiligten „auf Augenhöhe“ und einen respektvollen Umgang miteinander aus. Es bleibt spannend hier im Thälmannpark und offensichtlich geworden ist, dass eine breite Bürgerbeteiligung bei der konkreten  Gestaltung und Instandsetzung des Areals (sowohl in Bezug der Parkanlage als auch des architektonischen Ensembles)  aus Sicht des Denkmalschutzes in den nächsten Jahren notwendig und –  zumindest aus fachlicher Sicht der Denkmalbehörden – auch erwünscht ist.

Markus Seng

Warum hat Dr. Kühne minutenlang Erich Honecker zitiert?-Thälmannpark-Ausstellung im Pankow-Museum mit Schwächen

Das Pankow-Museum in der Prenzlauer Allee hat sich mit der Ausstellung „Jetzt wirds ernst“ wahrscheinlich zur Aufgabe gestellt, eine behutsame Aufarbeitung der geschichtlichen Hintergründe des Thälmannparkes zu betreiben, das Hier und Jetzt zu dokumentieren und Visionen für die Zukunft anschaulich zu machen. Leider wird sie diesem Anspruch nur unzureichend gerecht.

Schon bei der Eröffnungsveranstaltung wurde klar, wie undifferenziert, einseitig, unter Bedienung zahlreicher Ressentiments und polemisch oberflächlich die Schau präsentiert werden soll. Kulturstadtrat Kühne zitierte minutenlang Honecker von seiner Thälmannpark-Eröffnungsrede (er wollte das aus unerklärlichen Gründen auf sächsisch machen, wobei man bemerken muss, dass Honecker eigentlich aus dem Saarland kommt…da sag ich nur: gründlich recherchiert…), Baustadtrat Kirchner bemühte alte Feindbilder. Vielleicht sollte es ein gespielter Witz sein, die Anwesenden jedenfalls konnten darüber nicht lachen.

Die politische Agenda des Bezirksamtes für Bebauung des Areals wurde noch einmal deutlich herausgestellt, die Pandora der Diskussionen um Denkmal und Name wieder mal geöffnet und mit geschichtlichen Ungenauigkeiten die vorhandenen antikommunistischen Reflexe gepflegt.

Ein Unbehagen des Bezirkes zum Entscheid der Landesdenkmalbehörde, dem Thälmannpark den Stempel eines Flächendenkmales zu verpassen, war in den Ausführungen der Bezirkspolitiker zu spüren. Die Leute haben nicht verstanden dass man Geschichte zu respektieren hat und auch die Epoche der DDR schon allein für die Menschen aus dieser Zeit eine schützenswerte Vergangenheit ist.

Das Ernst Thälmann maßgeblich an der Destabilisierung der Weimarer Republik beteiligt war, wie das auf einer Schautafel behauptet wurde, relativiert auf unerträgliche Weise die Rolle der Nazis in dieser Zeit. Ihn zum Kollaborateur mit den Nazis zu machen, ist nur eine der Ungenauigkeiten dieser Ausstellung. Viel mehr wäre seine zu Recht umstrittene Rolle als Stalinist von Interesse gewesen.

Die Sprengung der Gasometer zu DDR-Zeiten und die Widerstände dagegen werden als Brutstätte der gesamten Widerstandsbewegung der DDR-Opposition hoch sterilisiert. Wahrscheinlich war Stadtrat Kirchner damals gleich in der ersten Reihe des Widerstandes. Das tut den Menschen, die damals in der Umweltbewegung und in Kirchen Opposition organisiert haben und später zu Tausenden auf die Straße gegangen sind, sicher unrecht und würdigt ungenügend ihre Rolle.

Die Verantwortlichen und die Veranstalter tun sich schwer mit diesem Stück DDR-Geschichte, immer noch. Sie akzeptieren nicht oder völlig unzureichend die architektonische und soziale Leistung der Errichtung des Neubaugebietes Thälmannpark. Man dachte, diese Diskussionen hätten eine sachliche Richtung bekommen.

Immerhin bekommt die Kampagne der Anwohner-Initiative Thälmannpark TEDDYZWEINULL dann einen gewissen Raum zur Präsentation. Sie wird dennoch marginal als eine von vielen Möglichkeiten vorgestellt, wobei die Notwendigkeit und die Alternativlosigkeit von Bebauung (des Güterbahnhofsgeländes) betont wird.

Die Ausstellung spiegelt politisch und ökonomisch auf kulturelle und historische Weise die Denkweise des Bezirksamtes wieder. Sie wirkt interessengebunden und propagandistisch. Die Rede des Anwohners Günter Hahn hob sich zwar intellektuell, inhaltlich und rhetorisch von den Reden der Bezirkspolitiker deutlich ab, verfehlte aber auf Grund der methodisch interessant aufgepeppten, aber am Ende doch sehr oberflächlichen Art und Weise der Ausstellung ihre Wirkung.

Der Gefahr, als Teil der Bürgerbeteiligung vom Bezirksamt, auch bei solchen Aktionen, instrumentalisiert zu werden, wird dieser Anwohner-Initiative immer wieder begegnen. Ein konzentrierter, kritischer und hinterfragender Blick auf die Handlungen der verantwortlichen Protagonisten wird eine Vereinnahmung nicht zulassen und die Autonomie von engagierten Bürger*innen zur Ausübung ihrer Rechte stärken. (RW)

WBS im Thälmannpark: Durchmischung von oben gefährdet?

Der SPD-Politiker Böttcher fordert, mit Recht, die Gewährleistung von Durchmischung der verschiedenen Stadtareale. Nur schade ist, dass das so gut wie überhaupt nicht gelungen ist. Zumindest, wenn man sich den Prenzlauer Berg anschaut.

Eine fast einmalige Verdrängung hat statt gefunden, aus denen dann sehr homogene Stadtquartiere entstanden sind. Die Bevölkerungen sind im letzten Jahrzehnt fast vollständig ausgetauscht worden. Es gab eine Selektion über den Mietspiegel. Hier wäre es angebracht gewesen, politische Hebel in Gang zu setzten, die diesen unheilvollen Trend stoppen können. Wurde aber verpasst. Und so haben wir einen recht bürgerlichen Stadtteil bekommen, wo sich vor allen die Mittel- und Oberschicht tummelt und Leute mit geringen oder gar keinem Einkommen nur noch als Exoten wahr genommen werden.

Das Kind ist im Bötzowviertel, im Winsviertel, im Kollwitz- und im Helmholzkiez in den Brunnen gefallen. Nun könnte man das als normalen Wandel einer Stadt abtun, wenn nicht so viele Menschen durch hochpreisigen Wohnungsbau und Sanierung verdrängt worden wären. Zu Recht macht diese Unfähigkeit zur Durchmischung auf Seiten der verantwortlichen Politiker in dieser Dekade wütend und traurig.

Mit Mietpreisbremse, erhöhten Auflagen an die Investoren und Investitionen im sozialen Wohnungsbau könnte man diesen Trend aufhalten. Man muss es aber politisch wollen.

Man kann auch, wie jetzt erfolgt, die Neuvermietung an einen Wohnberechtigungsschein koppeln, wie es die GEWOBAG im Thälmannpark will. Dass sich jetzt Leute aufregen, dass durch so eine Maßnahme eine Durchmischung gefährdet, empfinde ich nur als zynisch. Immerhin ist durch die Wohnprojekte Prenzlauer Bogen und ELLA die Durchmischung von oben, also mit Leuten mit höherem Einkommen, gesichert. Schutz benötigen sie sicher nicht, da die Politik und die Investoren immer Wege finden werden, dass sie ihre hochpreisigen Projekte überall durch gedrückt bekommen.

Warum hier Alarm gemacht wird, kann nur als Posse von Menschen mit schrägen Humor durchgehen – auch wenn man sich mal vor Augen führt, dass mindestens 50% der Berliner Haushalte Anspruch auf einen WBS hätten. Wer mehr Schutz für den freien Wohnungsmarkt wünscht, handelt sicher nicht im Interesse der meisten Mieter*innen in Berlin. (RW)

Aufruf zur Nachttanzdemo 2014 von Musik Braucht Freiräume (MBF)

Sa 21.6. 22 Uhr, Eldenaer Brücke: #Nachttanzdemo von “Musik braucht Freiräume”

Dieser Aufruf richtet sich an alle, denen Freiräume, freie Kunst- und Kultur, wie gemeinfreie Musik, etwas bedeuten, die Selbstorganisation praktizieren und die dafür sind, daß ein „Recht auf Stadt“, wie Wohnraum und freie Selbstentfaltung, für alle gilt, und die meinen, daß das schöne Leben nur von uns selbst gemacht und gelebt werden kann, und vor allen Dingen unverkäuflich ist.

Ganzer Aufruf unter
http://musikbrauchtfreiraeume.blogsport.de/2014/06/09/aufruf-mbf-2014/

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Gedanken zum Public Viewing im Thälmannpark

Zumindest umstritten ist die Genehmigung von einem Public Viewing auf dem Gelände des Thälmannparkes vom Bezirksamt. Während die Einen die Veranstaltung rigoros ablehnen, gibt es auch Stimmen, die sich mit der Veranstaltung arrangieren können. Relative Einmütigkeit besteht unter der Befragten, dass der Veranstalter schon dafür sorgen sollte, dass von den Fernsehübertragungen keine Gefahr für die Menschen im Park ausgehen soll und das benutzte Gelände wieder so hergestellt wird, dass man eine Zerstörung nicht ausmachen kann. Zusätzlich sollte für den Park mindestens ein Behälter für den zunehmenden Unrat abfallen. Das sollte der Veranstalter von seinem Profit dem Park zur Verfügung stellen.

Natürlich ist es für den Thälmannpark eine neue Situation, die aber auch als Chance begriffen werden kann. Immerhin haben wir andere Events im Park auch eher als Bereicherung eingestuft. Dass es persönliche Ressentiments gegenüber solchen Veranstaltungen unter den Anwohnern gibt, ist sicher zu verstehen. Wir sollten hier nicht provinziell, engstirnig und spießig reagieren. Die Menschen aus der Umgebung sind selbstverständlich in diesem Park willkommen und können sich auch eine öffentliche Fußballübertragung “antun”.

Wir können nur an alle Beteiligten appellieren, sorgsam mit den öffentlichen Räumen umzugehen, nichts zu zerstören und für eine entspannte Umgebung zu sorgen.

Die Anwohner-Initiative hat aber nicht die Aufgabe eines Blockwartes übernommen, wir machen uns nur Gedanken, und die massiven Irritationen vieler Anwohner, die seit Jahren darum bitten, dass der Bezirk sich um die Grünanlagen und den Kiezteich  kümmert und den Park nicht weiter vergammeln lässt – und die dann aus Not selbst mit eigenem Geld und viel Arbeit Parkpflege übernehmen – sind mehr als verständlich. Wir sollten uns in Zukunft schon die Frage stellen, wie wir zuerst die geeigneten Freiräume und Ressourcen für solche massentauglichen Veranstaltungen bereitstellen …viel Spaß beim Spiel Deutschland-Portugal im Thälmannpark! (RW)

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WM ANSCHAUUNG von Volker

Liebe Thälmänner und Ninnen, die WM Übertragung findet nach x maligem Widerruf (natürlich für die Übertragung ), des Grünflächen Amtes und unter Auflagen wie Lautstärke usw., nun doch statt. Mist – aber nicht zu ändern.

Ich frage mich nur:

Wie kann ein ständig um Mittel, Moneten und Leute greinendes Amt, mit dazugehörigem Betrieb, das nach unzähligen Kürzungen und Stellenabbau und einer Neu – Angliederung an´s Tiefbauamt, kaum noch dazu kommt seiner Hauptaufgabe, nämlich der Pflege und Hege der Grünanlagen und Gewässer im Revier nachzukommen, das so gut wie keine Wiesen mehr mähen kann, weil entweder ist der Mäher im Arsch – weil jeder damit rummachen kann oder der Mensch, der ihn bedienen könnte, erkrankt wurde, ein Amt also, das es gerademal so – und mit vollstem Personalaufgebot und unter Aufbietung der letzten Reserve, schafft, die Papierkörbe zu lehren, sich selbst, vorsätzlich eine Grünfläche, mit nun endlich dichtem Grasbewuchs, in einem denkmalgeschütztem Landschaftsschutzgebiet, sich selbst und vorsätzlich zerstören zu lassen, selbst an der Verwüstung mitarbeitet und ihr den Weg ebnet.
Würden Sie sich, als Behinderter Rollstuhlfahrer, wissend, ich komme in den nächsten Jahren an keiner Luftpumpe vorbei, die Luft rauslassen? Freiwillig?
Wenn schon, dann doch für Geld!
Man kann gar nicht mehr soviel fressen, wie man kotzen möchte. Aber ich schäme mich zu tiefst für diese, hochgeschmierten Edeldemokraten, die diese Wiese so verkaufen, wie sie unsere Stadt verkaufen – nach uns die Sintflut, die Wahlen sind vorbei. Ein Ausverkauf der diese schöne Stadt immermehr zum Alex macht.
Wo ein hochbaukompetenter Bürgermeister, einen seiner Minister an die Immobilienfront müllert um in den Bezirken Fixbauprämien auszuloben, frei nach dem Motto – wer zuerst kommt malt zuerst und bekommt noch eine Prämie, nicht wahr Herr Wowereit? Wir dachten alle, „Berlin ist arm aber sexy“, wo kommt denn das Baugeld wieder her? Ach …. ein Stück Landebahn, ja, das muss ja weg.
Wer da was und für wen, hauptsache schnell baut, spielt dabei so gut wie keine Rolle. Nur für die Genehmigung und die Anträge. Aber Zahlen kann man ändern, nicht wahr Herr Wowereit? So lange, bis es nicht mehr geht – und es geht doch schon lange nicht mehr. Aber etwas hat er gelernt uns WOWI – klingt schon wie `ne Wohnungsbaugesellschaft-, ich wohne bei der WOWI – BAU, also gelernt hat er was und ausgerechnet von der CDU. Nämlich: von der CDU lernen, heisst sitzen lernen – Aussitzen ala Birne -.
Genauso sitzt äh … siehst Du jetzt aus. Aber Freude hat sie auch gebracht Deine Siegprämie, Dein Vormarsch an der Immobilienfront, aus dem Stand äh … aus dem Sitz heraus sozusagen. Unseren grünen, stellvertretenden Bezirksbürgermeister, unseren Bezirksentwickler mit Entwicklungsamt und Auftrag. Unser Jens – Holger. Also unser Jens – Holger der Kirchner, hier in Prenzelberg/Pankow, der ist ja von Haus aus ein Grüner. Aber ein so besonderer Grüner, der sich dadurch auszeichnet, dass er kein Grün mehr will. Es behagt ihm nicht mehr – es quält ihn fast. Dieser Jens – Uwe springt nun, nach Wowis Blitzoffensive aus dem Sessel und jubelt, in Erwatung der Sofortprämie, weil er ja schon immer, genauso, ohne Käfig, Peitsche und Schranken die Baulöwen wüten lies. Jens hatte immer nur die Schmackos. Und langsam, ganz langsam merkten die Bürger mit denen er zu tun hatte dass er die Buchstaben G,R,Ü und N nicht mehr recht über die Lippen brachte und ihn ein anderer Stallgeruch umwehte. Er müffelte, mehr und mehr, – nach liberal und ist im Moment, unserer Bürgermeinung nach, so eine Art FDPÜNER. Und hier schliesst sich der Kreis. Unser sogenannter grüne Stadtentwickler gibt, in Einvernehmlichkeit mit dem Grünflächen Amt, eine Liegewiese und Landschaft auf, gibt sie wohlwissend  und gegen viele Einwürfe der Zerstörung als Fanmeile preis, ohne zu wissen, wie und womit das ganze entmüllt, gereinigt, der Spielplatz repariert wird und das Areal neu angepflanzt wird. Dort kann nicht mit C–Rohr und Kehrmaschine gereinigt werden. Mal abgesehen von der ganzen Bodenbelastung durch Urin etc.
Die Zusage zu diesem „EVENT“ ist kurzsichtig, zerstörerisch, umweltfeindlich, eine Ohrfeige für alle Grünen und Parkfreunde und dumm.
Kurz eine Schande für ihr Amt!!
Ich schäme mich für Sie, Herr Kirchner und auch für alle Befürworter unter Ihnen. Sie sind uns nicht mehr grün Herr Kirchner!
V. Herold  p.s. doch gegen Dummheit kann ich was empfehlen – Ihr müsst sie einfach nicht mehr wählen.

Noch ne Stellungnahme zum Wohnungsbauprogramm des Bezirksamtes Pankow

Anläßlich des Ergebnisses der Städtebaulichen Voruntersuchung für das 
Gebiet südlich entlang der Ringbahn zwischen Prenzlauer Allee und 
Kniprodestraße, die ein Wohnungsneubaupotential in einer Größenordnung 
darstellt, wie es für das Tempelhofer Feld vorgesehen war und das die 
Zahl der Einwohner/innen der Fläche verdoppeln würde, möchte die AI zum 
2.7.14 einen Bürgerantrag in die BVV einbringen für ein Grünes Band 
entlang der S-Bahn in der Breite des Anton-Saefkow-Parks an der 
Kniprodestraße, das von Wohnbebauung freigehalten wird, um dort Defizite 
bei der sozialen Infrastruktur, insbesondere Freiflächenversorgung, im 
Prenzlauer Berg perspektivisch zu mildern.

Aus Sicht der AI ist es unverständlich, wie die Voruntersuchung anhand 
ihrer (ergänzungsfähigen) Bestandsaufnahme zu dem variantenlosen 
Ergebnis kommt, an dieser Stelle fehle gerade Wohnungsbau im großen 
Maßstab.

Im Juli bis spätestens September d.J. soll laut Ankündigung des 
Stadtrates für Stadtentwicklung J.-H. Kirchner, werde die BVV diesem 
Untersuchungsergebnis etnsprechende Maßnahmen beschließen.

Die umliegenden Quartiere sind mit wohnungsnahen Grünflächen schlecht 
oder überhaupt nicht versorgt (Umweltatlas), das Gelände ist aus 
stadtklimatischer Sicht hinsichtlich Nutzungsintensivierung ausnahmslos 
hoch, sehr hoch oder höchst empfindlich; das Landschaftsprogramm sieht 
eine Verbesserung des Freizeit- und Erholungsangebotes des gesamten 
Geländes vor, das eine Lücke im Inneren Parkring (SenStadtUm) schließen.

Es besteht kein Zweifel daran, daß eine bessere Bewirtschaftung des Wohnungsbestandes in der Mieterstadt Berlin nötig ist. Eine öffentliche / nichtkommerzielle Klärung der Bestands- und Bedarfs-Situation einschließlich zeitnaher, realistischer Bevölkerungszahl; Bewirtschaftung der Wohnungsbestände durch gemeinnützige Träger; Mietobergrenzen, Erleichterung von bedarfsgerechten Umzügen durch Deckelung der Mieterhöhung bei Neuvermietung; ggfs. low-standard-Ertüchtigung des vorhandenen Wohnungsbestandes; Beenden von Zweckentfremdung; Umnutzung von Gebäuden u.a. sind Instrumente, die angewendet werden können, bevor ggfs. eine behutsame Ergänzung durch Neubau durch nicht profitorientierte Träger auf Flächen und in Gebieten erfolgen kann, die infrastrukturell erschlossen sind – sozial, ökologisch und ökonomisch schonende Perspektiven.

Eine zusätzliche Verdichtung im Ernst-Thälmann- und Anton-Saefkow-Park 
durch Wohnungsbau im sog. gehobenen Segment verschärft die Engpässe in 
der sozialen Infrastruktur zusätzlich, treibt über den Mietspiegel die 
Mieten in der Umgebung in die Höhe und verschlechtert die Situation der 
Stadt im Klimawandel.

Weder verbessert sie die Wohnungssituation für die Mehrzahl, die keine 
hohen Einkommen hat, noch kann sie über „Abschöpfungen“ in 
Städtebaulichen Verträgen mehr Probleme lösen als sie schafft. Auch ist 
das Verbauen bisheriger Bahnflächen in einer Verkehrspolitik im 
Klimawandel fragwürdig.

Berlin verdankt die positiven Wirkungen wichtiger Freiflächen heute der 
Voraussicht früherer Stadtentwicklungsplanungen. Dringend sollte durch 
rechtsverbindliche Planung jetzt die Grundlage geschaffen werden für die 
schrittweise Vervollständigung das Grünen Bandes von den ausgestalteten 
qualitätvollen Parkanlagen am Planetarium, Ernst-Thälmann-Park und 
Anton-Saefkow-Park her für den Prenzlauer Berg und im Inneren Parkring 
für Berlin.

Betonlobby macht Druck-Kirchner als Vorreiter

In Anbetracht der schallenden und peinlichen Niederlage, die der Senat beim Volksbegehren Tempelhofer Feld einstecken musste, geht der Stadtentwicklungssenator Müller samt seiner Betonfraktion massiv in die Offensive und lobt für Neubau Prämien aus. Für besonders schnelle Genehmigungsverfahren gibt es Boni/ „Sprinterprämien“ . Dieses Geld soll direkt an die Bezirke gehen und sie dazu ermächtigen, noch mehr und noch schneller die Voraussetzungen zu schaffen, dass gebaut werden darf.

Die Frage muss an dieser Stelle gestellt werden: Für wen wird gebaut, wer baut, wer hat was davon und wie werden tatsächliche Bedarfe damit gedeckt? Bisher waren die Wohnungen der Neubauten in Berlin für die Meisten unbezahlbar und haben die Taschen der auf Rendite bedachten Investoren gefüllt.

Das ist eine direkte Aufforderung, den Investoren den Weg zur unkontrollierten Stadtplanung und zum Betonieren der Stadt zu erlauben, um aus den Neubauten noch mehr Geld zu scheffeln. Bei diesem Druck aufs Tempo werden garantiert irgendeine Art von Bürgerbeteiligung bei diesen Prozessen nicht mehr möglich sein, behutsame Stadtgestaltung wird ganz bewusst ausgespart und somit der Wohnungsneubau an den wirklichen Bedarfen, wie bisher, völlig vorbei geplant und wahrscheinlich auch ausgeführt.

Als erster Verantwortlicher der Bezirke hat sich bereits Pankows Baustadtrat Kirchner zu Wort gemeldet. Der Grüne Politiker geht davon aus, dass er ohne große Mühe die Prämien einstreichen kann, da er bereits seit seiner Amtzeit den Weg für Investoren zum Bauen fast unkontrolliert frei macht. Wenn er, wie getan, Bürgerbeteiligung nur als lästiges Übel begreift und es mit Winkelzügen und Bauernschläue auszuhebeln versucht, ist ihm die Offerte des CDU/SPD-Senats nur die Bestätigung seines bisherigen Handels. Mit diesem Rückenwind wird er den Druck auf die Bezirkspolitik, auf BVV und den betroffenen Ausschüssen erhöhen und mit dem Wohlwollen der Göpels, Geromes und Groths sich noch mehr als Interessenvertreter der Imobilienwirtschaft und als Macher aufspielen können.

Die Maßnahme des Senats ist eine gewollte und gut kalkulierte schallende Ohrfeige für die Menschen dieser Stadt, für die Mieter*innen der mittleren und unteren Einkommen, für Familien und Studenten, für alle, die den Mietpreisturbo schon lange nicht mehr mitmachen können. Dass so Politik gegen die eigene Bevölkerung gemacht wird, empört und macht die Rolle der vielen Bürgerinitiativen um so wichtiger, denn wen haben die Betroffenen denn sonst als Lobby? (RW)

Den Beitrag, auf den sich dieses Posting bezieht, kann man hier nachlesen.

Spielt nicht mit den Schmuddelkindern!

Es ist schon bedauernswert, wie sich Investoren und deren Interessenvertreter Wohnungsbau in Berlin so grundsätzlich vorstellen. Bedauernswert vor allen Dingen für die Neumieter oder -eigentümer. Das hat sowenig mit Stadtgestaltung, mit urbanen Leben und Durchmischung zu tun, wie ein Goldhamster mit Kochen. Es sind augenfällig ästhetische und architektonische, aber auch gestalterische Gründe, so dass ich den armen Reichen, also zukünftigen Bewohner neuer Stadtquartiere mein ganzes Mitleid gönne.

Am Beispiel Thälmannpark kann man es sehr gut erklären. Der Stararchitekt, der den Prenzlauer Bogen verzapft hat, nannte die dem Gebäudekomplex gegenüberstehenden Plattenbauten aus der DDR-Zeit noch hämisch Legebatterien. Immerhin sind die Zonenwohnkammern jetzt unter Denkmalschutz gestellt worden und haben damit eine langersehnte Wertschätzung unter reflektierten Architekten und Historikern erfahren.

Dagegen steht das weiße Gebäude, das so akribisch umzäunt und konsequent überwacht wird, wie ein Kathedrale der Angst da. Wo paranoide Bewohner*innen sich kaum raustrauen, um ihren hochgezüchteten Hund im Park auszuführen, entwickelt sich ein eigenes Ghetto, dass in seiner Begrenztheit wirkliche Lebensqualität massiv einschränkt. Das Mantra „Bloß nicht in Kontakt kommen mit den Unterschichten! Bloß keine Durchmischung!“ zeigt, wie armselig es unter Vermögenden zugehen kann.

Die Kinder kleben sehnsüchtig an den Zäunen, da sie neidisch auf die Altersgenossen vom angrenzenden Kindergarten oder auf den Spielplätzen der Platte sind, die so laut und frei ihrem Spieldrang nachgehen. Doch Mutti hat bestimmt eine Standortüberschreitung verboten. So bleibt es traurig und ohne Spielkameraden auf gestutzten Rasen liegen.

Das alles ist gewollt, von Investoren, beauftragten Architekten und den potenziellen Kunden. Das System ist bereits so konditioniert, dass als Wohnneubauten ganz grauenhafte oberirdische Bunker entstanden sind, die auf Sicherheit mehr Wert legen, als auf echtes und offenes Wohnen. Wie der Prenzlauer Bogen eher als Sanatorium des BND daherkommt, wirkt der ELLA-Neubau als eine römische Festung im gallischen Dorf.

Wenige Wohnungen haben hier Licht, weil man die gewaltige Baumasse zwischen Krankenhaus und Platte gequetscht hat. Große Mauern an den Eingängen zeugen von der großen Angst vor unangenehmer Berührung mit der Stadt und ihren Menschen. Das Monstrum wirkt so anorganisch in dieses Gebiet gepflanzt, dass man gespannt sein kann, wie sich die Neu-Thälmannpark-Bewohner*innen sich ihre Freiräume erkämpfen. Den armen Reichen wird hier ein Denkmal gesetzt, was zwar nicht schützenswert, aber auch mit ganz viel Geld nicht aufzuwiegen ist. Diese Kapitalanlage hätte man sich getrost sparen können.

Wenn die regierenden Parteien im Land und im Bezirk nach Wohnungsbau in Berlin schreien, kann ich mir nicht vorstellen, dass das so mit schlechtem Geschmack, unsozialer Ausrichtung und soziologisch völlig unreif flankiert werden soll. Denn abgesehen von den Mietpreisen, der halt viele Menschen von vorne rein ausgrenzt, hat diese Art Wohnungsneubau auch eine menschenunwürdige und ghettoisierende Komponente für die betroffenen Mieter und Eigentümer. Schon allein aus ästhetischen Gründen ist so den Immobilienheinis Stadtplanung nicht zu überlassen. (RW)

Gerome: …der der Kirchner und Stattbau vertraut

Was für eine heile Welt wird da vom Investor Christian Gerome gezeichnet, die sich auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofes Greifswalder Straße entfalten soll. Glückliche Menschen in einer glücklichen Welt werden da wachsen und die Welt an der S-Bahnstrecke schöner machen.

Einst hatte er das Areal gekauft, als es keiner wollte und alle pennten. Für ein Schnäppchen von knapp über 1 Mille erwarb er die Gewerbe-Beton-Fläche um es jetzt in Grün zu verwandeln…nur mit ein paar schönen Häusern mit glücklichen Menschen. Und mit fetter Rendite.

Die Politik vertraut ihm, den rührigen und doch so öffentlichkeitsscheuen Investor, der schon an der Gleimstraße 52 bewies, wie sehr ihm die Belange der Menschen am Herzen liegen. Natürlich kann es beim Aufbau und den städteplanerischen Aktivitäten zu Kollateralschäden kommen, aber die werden einfach weggelächelt und im Bezirksamt hat man ja willige Verbündete, die das mit den Bürgern und irgendwelchen Problemen regelt. Das wird auch beim Güterbahnhof so klappen.

Denn wo Licht ist, ist auch Schatten. Aber nicht bei Christian, denn er hat Großes vor. Er stört ja keinen und Anwohner*innen mit Protesten oder anderer Meinung sind halt mal schnell Radaubrüder und Egoisten. Deren Entwurf zur Entwicklung des Areals ist für Christian keine Diskussionsgrundlage. Denn wo man sich abseits von Geromes Vorstellungen befindet, da ist dann Schatten und Egoismus und man bewegt sich fern jedem Realismus.

Jedenfalls stehen die Leute um Kirchner auf der richtigen Seite, auf der Sonnenseite. Sie haben das Vertrauen des Großinvestors Gerome, dass sie ihm den Weg ins Immobilienparadies freiräumen. Sicher wird er nicht enttäuscht werden, Politik, in diesem Fall grüne Politik funktioniert einfach so. Da haben die egoistischen Anwohner*innen eben mal keine Chance, diese Kröte werden sie schlucken müssen. Wo kommen wir denn da hin, dass Bürgerwillen und -beteiligung, dass durchdachte städtepolitische Forderungen, dass sozialer Wohnraum, dass behutsame Stadtentwicklung im Interesse der Menschen irgendeine Rolle spielen. Die Investoren genießen doch schon seit Jahren das vollste Vertrauen der Bezirkspolitik und diesen Weg gilt es weiter konsequent zu gehen. Die Störer bekommt man schnell mit Diskreditierung und Ignoranz weg. (RW)

P.S. Geromes Spezi Sascha Klupp macht es vor, wie mit störischen Altmietern oder halt Bewohnern umgegangen werden sollte. Zu solchen drastischen Maßnahmen wäre Christian auf dem Güterbahnhof noch nicht gezwungen. Aber wenn es sein muss…Der Mann fürs Grobe wütet gerade in der Wisbyer Straße, nachdem er schon in der Gleimstraße die Vorgaben seines „Chefes“ umgesetzt hat.