Ein Ernst-Thälmann-Park – zwei Denkmäler

Heute war ich mal wieder im Park unterwegs, tolles Wetter draußen, und habe ein paar Schnappschüsse gemacht; und mir auch ein oder zwei Gedanken zum Irrsinn, der hier geplant wird – ich versuch das mal in einen Text zu gießen. Also der Reihe nach:

Der Ernst-Thälmann-Park (ETP) erstreckt sich entlang der Ringbahn zwischen dem Zeiss-Großplanetarium in der Prenzlauer Allee und der Wohnanlage im ETP bis zur Greifswalder Straße und Danziger Straße, auf dem historischen Gelände des ehemaligen Gaswerks Dimitroffstraße.
Vom Planetarium im Ernst-Thälmann-Park führt eine zentraler Weg entlang der Ringbahn bis zur Schwimmhalle im Ernst-Thälmann-Park und gabelt sich dort, einmal weiter zum S-Bahnhof Greifswalder Straße, sowie entlang/über den größeren Park Teil zur Ecke Greifswalder Straße/Danziger Straße;  vorbei am – aus Sicht des Parks versteckt liegenden –  Ernst-Thälmann-Denkmal.
Dieser Weg wird täglich von tausenden zu Fuß gehenden und Rad fahrenden Menschen genutzt, während sich ebenfalls tausende im Park auf den Wiesen und Hängen eine schöne Zeit machen und sich erholen. Am Anfangs – und Endpunkt dieser zentralen  Durchwegung, je nach Wahl des Startpunktes, befinden sich zwei äußerst markante Denkmäler, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Einmal das Zeiss-Grossplanetarium. Es ist ein Ort der Wissenschaft, ja der ältesten Wissenschaft des homo sapiens, der Astronomie. Das Planetarium wurde vor einigen Jahren – mit viel Bedacht – aufwändig saniert und ist in ganz Berlin bekannt und geschätzt. Es ist seit 2016 Teil der neuen Stiftung Planetarium Berlin. Unter Denkmalschutz steht das Planetarium bis heute leider nicht, genauso wenig wie der hinter dem Planetarium liegende Park Teil mit dem Sternenspielplatz.
Dann das Ernst-Thälmann-Denkmal. Obwohl es fast zur gleichen Zeit wie sein Antipode, das Zeiss-Grossplanetarium, entstand – im ersten Bauabschnitt des ETP, das Planetarium im zweiten Bauabschnitt – ist das Denkmal seit 1990 höchst umstritten und muss seitdem immer wieder für ideologische Kämpfe herhalten; ein durchaus verkrampfter Umgang mit diesem beachtlichen historischen Monument ist zu beobachten – die Bewohner und Besucher des Parks gehen da weitaus pragmatischer an das Denkmal ran; es ist ein beliebter Platz für Skater, Für Leute die abhängen, auch mal  posieren wollen; ich geb zu, wir haben da auch schon mal den Grill in Teddys Rücken angeworfen. Und in seiner ganzen Pracht sichtbar ist es dann auch wieder nur von der Greifswalder Straße aus – dort führte ja zu DDR-Zeiten auch die Protokollstrecke entlang. Zuletzt wurde ein Wettbewerb zur Kommentierung des Denkmals durchgeführt, mal sehen was das dann wird. Ich würde ja gerne auch mal die beiden Stelen hier vor Ort sehen, die vor dem Denkmal standen, mit den markigen Sprüchen von Ernst Thälmann und Erich Honecker. Die stehen jetzt ja in Spandau in der Zitadelle, das ist sehr weit weg. Nun aber zur Sache:

Der Bezirk Pankow plant, die großzügige, zentrale Durchwegung zwischen diesen beiden Denkmälern entlang der Ringbahn im Bereich der „Grundschule am Planetarium“ für Fußgänger und Radfahrer dauerhaft zu sperren, um das Schulgelände als geschlossenen Campus zur Ringbahn hin zu erweitern und zu umzäunen. Eine Erweiterung der Schule ist unstreitig notwendig. Zu einem derartigen Eingriff in ein städtebauliches Gesamtensemble, das mit der denkmalgeschützten Wohn- und östlichen Parkanlage, der Schule und dem Gelände des Zeiss-Großplanetariums eine bauhistorische Einheit bildet, gibt es jedoch Alternativen auf dem freigewordenen ehemaligen Vivantes Klinikgelände, die seit 2013 keine Beachtung finden.
Das Gelände des Ernst-Thälmann-Parks ist ein einzigartiges städtebauliches Ensemble, welches durch die geplante Schulerweiterung und Wegeschließung in zwei Teile zerschnitten, in der Mitte blockiert und verkleinert werden würde. Der Park Teil mit dem Planetarium als zentrales Denkmal würde dann in kürzester Zeit völlig übernutzt werden; das gleiche Schicksal droht dann auch dem Parkgelände hinter dem Ernst-Thälmann-Denkmal. Die geplanten Neubauwohnungen auf dem Vivantes Klinikgelände verschärfen dann noch bei Realisierung die Übernutzung der Parkanlagen; und zusätzliche Schulbedarfe kommen dann auch noch hinzu. Eine lustige Spirale… Wer hat sich diese Pläne nur ausgedacht?

Für unserem Einwohnerantrag „Thälmannpark Erhalten – Nicht Halbieren!“ werden wir daher in den nächsten Monaten Unterschriften sammeln, um diesen Wahnsinn zu stoppen. Wie immer seit Dezember 2012, als wir uns als Anwohner*Innen-Initiative Ernst-Thälmann-Park gefunden und nicht mehr verloren haben gilt: Wir haben keine Chance, also nutzen wir sie! (MS).

… und im Übrigen bin ich der Meinung, dass Deutsche Wohnen & Co enteignet werden müssen!

2 Gedanken zu „Ein Ernst-Thälmann-Park – zwei Denkmäler

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