Archiv des Autors: teddyzweinullblog

Der Sommer ist vorbei – die alten Pappnasen sind immer noch an der Macht …

Wir könnten jetzt wieder viele Worte rauslassen und uns mit unseren guten Argumenten in das anstehende B-Plan Verfahren einmischen. Bringt aber momentan nix, mit uns redet eh keiner und im Hintergrund wird alles festgezimmert. Von Bezirksseite wird darüber hinaus schon seit Monaten versucht, den „key players“ (= alle außer den Aktiven und Freund*innen der AI Thälmannpark) weiszumachen, dass wir alle ganz heiß darauf sind, dass die bescheuerten Ergebnisse der Voruntersuchung Thälmannpark nun mittels B-Plan 1:1 umgesetzt werden. Daher kommt jetzt ein Bild von Teddy-Bär- Danke, Teddy-Bär; dieses satirische Werk fasst unsere Erfahrungen der letzten knapp 3 Jahre wunderbar zusammen:
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Es ist Sommer – Zeit um Pause zu machen!

Hitze!

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Liebe Nachbarn, Liebe Unterstützer*innen,
es ist Sommer und wir machen ein paar Wochen Blog-Pause, so bis Mitte August wollen wir den Sommer möglichst viel genießen; danach geht es wieder wie gewohnt weiter, ab September fängt das Drama mit dem B-Plan in unserem Areal an, da wollen wir uns wieder kräftig mit einmischen. Unser Motto ist und bleibt: „Wie wollen wir alle hier leben?“ … da sind wir dann wieder alle gefragt! Wir wünschen Ihnen allen einen tollen und möglichst stressfreien Sommer!

Ihre AG Kommunikation & Öffentlichkeitsarbeit – AI Thälmannpark

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Mietervolksentscheid: Wir setzen auf die Berliner Bevölkerung

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mieten https://mietenvolksentscheidberlin.de/abgabe/

Erklärung der Initiative Mietenvolksentscheid zur Abgabe des Antrags auf Einleitung eines Volksbegehrens:

„Heute, am 1. Juni 2015 um 15:00 Uhr wird die Initiative „Mietenvolksentscheid Berlin“  48.541 Unterschriften bei der Senatsverwaltung für Inneres abgeben.

Diese sind erforderlich, um den Antrag auf Einleitung eines Volksbegehrens zu unterstützen. Die Initiative macht deutlich, dass sie zur Lösung der Mietproblematik nicht mehr auf die etablierten Parteien, sondern auf die Berliner Bevölkerung setzt.

Stephan Junker, Mitglied des Koordinationskreises der Initiative, erklärt: „Wir haben in den letzten Wochen eine unglaubliche Unterstützung und Zuspruch erlebt. So sind am Ende sensationelle 48.541 Unterschriften gesammelt worden. Damit haben die Berliner*innen in wenigen Wochen den nötigen Druck aufgebaut, damit die Frage der sozialen Wohnraumversorgung wieder ganz oben auf der Tagesordnung steht“

Dabei ist es uns als Initiative sehr wichtig, dass alle Menschen in der Stadt über ihre Belange mit entscheiden können. Fast eine halbe Million Menschen leben seit Jahren in…

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Nicht selbstverständlich!

Das nächste Turmzimmertreffen findet zufällig an einem Tag statt, der uns unsere Geschichte um die Ohren haut. Denn an diesem Freitag jährt sich zum 70. Mal der Jahrestag der Kapitulation des deutschen Hitlerfaschismus, oder wie die aufgeklärten Demokraten sagen, der Tag der Befreiung.

Das wir hier und heute Bürgerengagement machen können, uns einmischen dürfen, in Frieden und ohne Not unsere kleinen und großen Probleme wälzen, ist auch den damaligen Befreiern zu verdanken.

Wenn es damals die Sowjetarmee und die anderen Alliierten nicht gegeben hätte, wer weiß, wie lange Deutschland und vor allen Europa unter dem Naziregime noch zu leiden gehabt hätte. Der Krieg wurde damals beendet und der unvergleichliche Zivilisationsbruch der Deutschen, der Holocaust, wurde öffentlich.

Als Ergebnis des Krieges wurde Deutschland zunächst geteilt und die Deutschen im Osten mussten noch weitere 40 Jahre auf wirkliche Demokratie, freie Wahlen und freie Meinungsäußerung warten. Dennoch lebte man in Frieden und in nicht so einem Verbrecherregime, wie es die Nazis waren.

Wir sind immer noch Teil des Tätervolkes und ich bewundere es immer wieder, wie die europäischen Nachbarn und die europäischen Juden es geschafft haben, uns zu verzeihen. Wir werden durchaus als aufgeklärtes und reflektiertes Volk angesehen, dass aus der Geschichte gelernt hat. Wir sind vielleicht nicht verantwortlich für die Verbrechen vor über 70 Jahren, aber wir sind verantwortlich für die Zukunft. Und keine Zukunft ohne Herkunft.

Wir sollten nicht zulassen, dass unaufgeklärte Deutsche aus Angst vor Fremden rassistische Ressentiments pflegen, Flüchtlinge nicht willkommen heißen und diskriminierende und ausgrenzende Akzente setzen. Wir sollten nicht zulassen, dass Neonazis Strukturen in Berliner Kiezen aufbauen können und ihre menschenverachtenden Parolen durch die Straßen grölen dürfen.

Unser Engagement ist für ein nachbarschaftliches und respektvolles Miteinander auch mit Menschen aus anderen Kulturkreisen gefragt. Diese uns noch fremden Mitmenschen sollten immer willkommen sein. Ob sie aus Not geflüchtet sind, oder/und hier ein neues Leben aufbauen wollen, wir sollten gute Gastgeber und Nachbarn sein.

Das Leben ist bunt und wir können es mit gestalten. Das ist und war alles nicht selbstverständlich. Die Befreiung der europäischen Völker von einem entmenschlichten Regime vor 70 Jahren ist eine Grundlage für unser Sein und Handeln heute. Dafür sollten wir dankbar sein. (RW)

Schnitzel mit Pommes auf die Platten!

Im Frühjahr 2014 wurde das städtebauliche Ensemble des Ernst-Thälmannparks unter Denkmalschutz gestellt. Dieser wichtige Schritt wurde von den Bewohnern sehr begrüßt. Kritisch angemerkt wurde schon damals, dass der städtebaulich ebenfalls zu diesem Ensemble gehörende „hintere“ Parkteil einschließlich des Planetariums nicht ebenfalls unter Schutz gestellt wurde.

Und jetzt haben wir den Salat bzw. den Burger. Fett strahlt uns seit ein paar Tagen ein mächtiger Burger von der Kuppel an und soll unsere Geschmacks- und Kaufnerven anregen, doch reinzubeißen.

Lieferheld

Was für ein Schauspiel.  Das bringt Geld, Geld, Geld, Werbeeinnahmen für wen? Lächerlich wenig bestimmt, die Aktion zeugt nur von einer grandiosen Geschmacksverirrung. Sterne und Weltraum? Nö. Sterne und Burger. Sich fettfressen und dabei in dem Himmel bzw. auf die Kuppel starren, das ist ein geiler Lifestyle. Die Umbenennung des Planetariums in “Prenzl’-Berger Fettklops” wurde schon vorgeschlagen, ich gehe einen Schritt weiter, ich will Schnitzel mit Pommes auf 10 mal 30 Metern fett auf meiner Platte. Weg mit dem Denkmalschutz, grau ist langweilig! Schön bunt muss sie sein, unsere Welt.  Ja, ich will den Kapitalismus lieben. (MS)

Berliner Mietenvolksentscheid ist gestartet

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Der Berliner Mietenvolksentscheid ist am 11.04.2015 gestartet. Wie immer müssen in der ersten Phase (bis Ende Mai) 20 000 gültige Unterschriften gesammelt werden, dann ginge es ab Januar 2016 in der zweiten Phase mit dem Sammeln von mindestens 175 000 gültigen Unterschriften weiter. Wenn das geschafft ist, planen die Initiatoren die Abstimmung parallel mit den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus 2016. Auf der Website des Berliner Mietenvolksentscheids gibt es alle Infos & Details.

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Nachtrag zur BVV am 25.03.2015

Die Prenzlauer Berg Nachrichten berichteten zum ersten Einwohnerantrag in der Geschichte der BV Pankow in ihrem Beitrag „Tausendfaches Nein“. Bezirksstadtrat Kirchner wird darin wie folgt zitiert: „Es gebe einfachere Instrumente der Bürgerbeteiligung, meint er. Zum Beispiel den Bürgerantrag, wenn ein Bezirksverordneter das Anliegen unterstütze. Dann trage der Bürger seine Position in die Versammlung ohne vorher auf Unterschriftenjagd zu gehen.“

Hallo, Erde an Weltraum, das haben wir schon versucht, mit dem Bürgerantrag, aber weder SPD, Grüne noch CDU wollten uns damit unterstützen und unser weitergehender Antrag für mehr Grün für Alle wurde abgelehnt!! Danach sind wir auf „Unterschriftenjagd“ für den Einwohnerantrag gegangen.

Hört uns eigentlich irgendjemand mal zu?

Rede V. Herold zum Einwohnerantrag in der BVV Sitzung 25.03.15 // 17.30 Uhr

Sehr geehrte Frau Vorsteherin, geehrte Damen und Herren Bezirksverordnete, liebe Besucher

Wir haben uns die Mühe gemacht, absurder Weise mussten wir das – und haben, für unseren Einwohnerantrag, über 1.100 Unterschriften, gegen die Bebauung der ca. 137 Parkplätze in der Lilli – Henoch Straße, gesammelt.

Nun werden einige sagen, 1.100 Unterschriften sind Pille Palle, aber mit mehr Zeit wären es noch viele, viele mehr geworden.

Das Wichtigste jedoch, waren bei dieser Aktion, die Gespräche die wir, mit quasi jeder Unterschrift führten. Mit Ein- und Anwohnern sowie mit Besuchern der Schwimmhalle, die, wie wir feststellen konnten, aus ganz Berlin kommen.

Nötig wurde dieser Antrag, weil, nicht nur wir, sondern auch ca. 80% der Unterzeichnenden, immer wieder, den Eindruck und Erfahrungen schilderten, wie, in dieser Stadt und ihren Bezirken, Beschlüsse über die Köpfe der Anwohner und Betroffenen hinweg geplant und entschieden werden, ohne sich ernsthaft mit ihren Anliegen und eventuellen Einwendungen und deren Begründungen, zu beschäftigen.

Dieser Grundtenor zog sich wirklich durch fast alle Gespräche zu diesen Unterschriften.

Um sich, vor der Bebauungsidee, ein objektives Bild der Situation dort zu machen, hätte einfach ausgereicht, eine halbe Stunde am Morgen und eine halbe Stunde zu Feierabend dort zu verbringen, um zu sehen, was dort los ist. Dabei könnte man, zur objektiven Meinungsbildung, auch mal den einen oder anderen Anwohner befragen, wie er diese, wirklich absurde, Bebauungsidee findet. Nach meinen Recherchen, hat bisher, auch noch kein Mensch mit der Schwimmhallenleitung über die Bebauung und deren Konsequenzen gesprochen

Unsere Argumente, gegen eine Bebauung haben sie alle unserem Einwohnerantrag entnommen. Ich möchte aber hier noch einmal darauf hinweisen, wie immanent wichtig diese Plätze für die Wohn- und Lebensqualität, aller in dieser Straße Wohnenden ist.

– Kein Bewohner kann und darf hier vor seinem Wohnhaus parken oder sein Fahrzeug wenigstens, bei schweren Transporten oder großen Einkäufen, Be- oder Entladen.

– Bei Lieferungen von DHL, Post oder bei Umzügen ist die vordere Straße, mit den Häusern der Zentrum Genossenschaft, von Nr. 3 -13, als auch die Umfahrung der Hochhäuser, dicht.

– Selbst der Essensdienst der Volkssolidarität trägt das Essen bei Wind und Wetter durch den Park, weil es sonst Bußgelder gibt.

Natürlich wird, trotz Verbot, zum Be- oder Entladen oder beim Holen und Bringen von Gehbehinderten oder Kindertransporten dort gehalten, weil es in vielen Fällen einfach nicht anders geht.

Im Erwischensfall durch den Wachdienst, erfolgt sofort eine Meldung an die Hausverwaltung und eine Buchung auf die Miete, weil das Fahrzeug auf einer Bereitschaftsfläche der Feuerwehr stand.

Die Wege von den Parkplätzen zu den Wohnungen sind jetzt schon weit genug. Es gibt bisher keine Alternative zu einer Bebauung der Plätze, außer,  sie zu erhalten.

Zu diesem Thema drängt sich vielen auch noch eine Frage auf: Woher kommen eigentlich die Parkplätze für die Bewohner der neuen Blöcke? Oder ziehen dort nur Fußgänger ein? Oder nur Radfahrer?

Aber lassen sie mich etwas weiter ausholen.

Was mich, und viele andere, die unterschrieben haben, im Umgang bei verschiedenen Prozessen, hier im Park und der gesamten Stadt, immer mehr beschäftigt, ist folgende Misstrauens-bildende Tatsache:

Als mündiger, mit Lebenserfahrung ausgestatteter, demokratisch denkender Bürger, welcher politischen Heimat auch immer, werde ich, eigenartiger Weise, nur in Zeiten vor –   und kurz nach den Wahlen wahrgenommen.

Das betrifft die Wahlen – welcher Parlamente auch immer -,Immer nur dann, wenn es um den „so genannten“, Wählerauftrag, den Bürgerwillen oder meine Stimme geht, dann hat plötzlich der mündige Bürger entschieden und seinen politischen Willen manifestiert.

Den Wählerwillen oder den Bevölkerungs- Auftrag. Den auf geheimnisvolle Art und Weise plötzlich alle verstanden haben und plötzlich alle erfüllen wollen.

In den Zeiten dazwischen, in der Legislaturperiode, ist das Empfinden der Menschen aber ein ganz anderes.

 

„Dit hat doch allet eh keenen Sinn, die da oben machen doch eh wat s’e woll’n – wat könn’ wir schon mach’n.

Wegen dit und dit hab ick se jewählt, und nu machen `se dit Gegenteil.

Dreht sich doch eh alle’t nur noch um de Kohle und de Posten.

Wer hat überhaupt unsern Bürjermeester jewählt – icke nich – dabei heest der doch Bürjermeester und nich Parteienmeester- oder?“

Es macht sich, bei Bürger- Meinungen, Bürger- Einwendungen, -Gegenargumenten und Bürger-Widersprüchen, ein Gefühl breit, das sich spannen lässt von:

„bitte belästigt uns nicht, eure Gedanken sind ohnehin falsch, denn wir haben den Überblick“ … bis hin zu einer Art, von –

politischer Angstablehnung, im vorauseilenden Gehorsam.

Warum ist das so?

Das die viel gelobte und gepriesene,   ach so demokratische Bürgerbeteiligung nur noch als demokratisch – einlullendes Alibi geführt wird und zu einer trüben Makulatur erstarrt?

Warum, macht sich,   bei einem großen Teil – und wie wir, bei dieser Sammlung feststellen durften, bei einem großen intellektuellen und politischem Querschnitt der Bevölkerung,   so ein Gefühl breit?

Ist das ein demokratisches Gefühl? Oder gibt es gar keine demokratischen Gefühle mehr?

Ich habe das große Glück, in meinem Leben, zwei Gesellschaftssysteme ausprobieren zu dürfen. Das erste habe ich, auch aus demokratischen Gefühlen, abgewählt. Und ich kann ihnen allen versichern, dadurch ist mein demokratisches Gefühl nicht geringer geworden.

Und die Gefühle vieler Anderer auch nicht.

Ein Gefühl, dass, über die Köpfe von Menschen hinweg, nur noch nach schneller Rendite und für die Dividenden Dritter, entschieden wird.

Gedanken, oder Projekte, die nicht sofort Geld ab werfen, die sich, schon bei der Idee, nicht sofort rechnen lassen, die erst wachsen, oder gar ständig gepflegt werden müssen,   wie Infrastrukturen, Kultur, Bildung, oder gar eine Vision für Zukünftiges, die taugen nichts?     Nichts ………. mehr?

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

diese, sich langsam, chronisch auswachsende Dividenden und Renditeorientierung, die macht unsere Köpfe, unsere Beziehungen,   Gesellschaften und letztendlich ganze Nationen, kaputt. Man kann es global beobachten.

Sie werden sich jetzt vielleicht fragen, was erzählt er denn nun wieder und was hat das mit dem Thema zu tun – aber, meine Damen und Herren, da sind wir wieder ganz nah dran am Thema, den 137 Parkplätzen.

Die, wegen eben dieser Dividendenorientierung, eventuell, abgewickelt werden sollen. Mit dem fließenden Geld wird dann, im Wachstumswahn, der nächste Unfug angestellt. Vielleicht gar nicht hier, sondern, das Geld muss ja fließen, eben global – und hier schließt sich wieder der Kreis.

Die Erfahrung,   die nicht nur ich bei dieser Unterschriftenaktion gemacht habe, ist aber eine ganz wichtige.

Ich habe erfahren, dass ich nicht allein bin.

Ich bin nicht allein mit diesen Gedanken und dem demokratischen Kampf um ein paar   lumpige, poplige Parkplätze.

Aber die sind, erstmal,   unser aller,   kleinster,   gemeinsamer Nenner.

Auf den man sich, unter allen Umständen, einigen   können   muss.

Und zwar endlich   miteinander!

Apropos: miteinander. Wir haben eben nicht nur, miteinander, eine gemeinsame Vergangenheit, die immer wieder nostalgisch beschworen wird, sondern wir sollten auch, mit sehr viel Energie daran arbeiten, miteinander, eine gemeinsame Zukunft zu haben.

Meine sehr verehrten Damen und Herren der Bezirks-Verordneten-Versammlung,

wir finden, dass, das Thema schon lange genug auf dem Tisch lag,   aber sich, von Seiten des Bezirksamtes und seiner Investoren, die Qualität und Quantität, der Antworten zu diesem Thema, in dieser langen Zeit, nicht „qualifiziert“ haben, wie man jetzt im Stadtentwicklungs-Deutsch sagt.

Bedauerlicher Weise.

Deshalb erwarten wir, hier und heute, eine direkte Abstimmung.

Meine Damen und Herren hier im Saale         ich danke Ihnen

Was haben der Thälmannpark und Tschernobyl gemeinsam?

Fangen beide mit „T“ an. Könnte man naiver Weise meinen. Doch weit gefehlt, wenn es nach Bezirksstadtrat Kirchner geht. Der meinte laut Prenzlauer Berg Nachrichten  auf die Bürgeranfrage von Volker Herold zum Spielplatz im Thälmannpark: „Wir schicken ja unsere Kinder auch nicht nach Tschernobyl zum Spielen.“  . Nun zeigen auch die Prenzlauer Berg Nachrichten in diesem Beitrag  nicht wirklich, dass sie die Anfrage von Volker Herold verstanden haben. Volker Herold wies nämlich darauf hin, dass er schon im Jahr 2011, weit vor der anstehenden Sanierung 2013, bei der aus purer Unwissenheit die vorhandene Schutzfolie durchstoßen wurde, den Vorschlag gemacht hatte, neue Spielgeräte nicht tief zu verankern (dazu müsste man die Schutzfolie sachgerecht entfernen, die Verankerung unter Atemschutz anbringen und anschließend den Boden wieder versiegeln), sondern auf die vorhandene Schutzfolie eine Metallplatte zur stabilen Befestigung neuer Spielgeräte anzubringen.

Ja, ein komplizierter Sachverhalt, wie man auch am obigen langen Schachtelsatz erkennen kann. Das muss man zweimal lesen. Bei einem solch komplexen Thema hilft unterkomplexes Denken nicht weiter. Hr. Kirchner hat sich ja schon früher klar positioniert. Nachdem unser Areal unter Denkmalschutz gestellt wurde, fiel Hr. Kirchner ebenfalls in den Prenzlauer Berg Nachrichten mit der folgenden Aussage auf: „Steht die Bodenverseuchung jetzt auch unter Denkmalschutz?“; fragt sich Kirchner. „Sollen wir das besonders belastete Areal im Süden abzäunen und ein Schild aufstellen: Hier hat der Sozialismus Scheiße gebaut?“

Offensichtlich haben sich hier zwei gefunden. Einer plappert dummes Zeug, aus dem sich die abgrundtiefe Abneigung gegenüber dem Areal (und offensichtlich den Bewohnern?) nicht verbergen lässt, und die anderen schreiben den Kram einfach auf. Nachdenken? Verstehen? Fehlanzeige.

So wenig förderlich die folgende Erkenntnis für ein klares Feindbild auch sein mag, Tatsache ist:

Im Thälmannpark-Areal haben Generationen von Altvorderen Scheiße gebaut! Angefangen hat die Sauerei im Kaiserreich, dann ging es in der Weimarer Republik munter weiter mit der Gasproduktion und der stetigen Verseuchung des Bodens, die Nazis waren auch nicht besser, während des zweiten Weltkrieges schüttete man wahrscheinlich riesige Mengen Benzol einfach mal in den Boden um den Bomben keinen Zündstoff zu liefern, nach dem Wiederaufbau betrieb die DDR die Dreckschleuder, ja, und beim Abriss wurde ebenfalls geschlampt. Und jetzt? Weiter die DDR als Sündenbock hinstellen oder einfach mal die Verantwortung übernehmen und sachlich und mit Verstand das Problem angehen? Zur Bebauung hätte Hr. Kirchner das Areal ja ohne weiteres freigegeben. Ruff mit den Luxusbunkern auf die Altlasten und Klappe zu (die Altlasten liegen ja bis zu 40 Meter tief nach 100 Jahren Absinken, da buddelt keiner ein Loch und holt das raus – bei der Menge von ca. 500 000 m³ kostet alleine die Entsorgung locker 50 000 000 € – 50 Millionen Euro!).

Also: https://thaelmannpark.wordpress.com/arbeitsgruppen/ag-altlasten/ lesen, verstehen, nachfragen, mitdenken und entsprechend handeln. Aber wahrscheinlich liest das eh wieder kein Schwein. (MS)