Berlin: Der Wohnungsmarkt ist kein Basar

Avatar von ahGentrification Blog

Die Vorstellung des aktuellen BBU-Marktmonitors  wartete mit einer faustdicken Überraschung auf. Nein, gemeint ist nicht der Umstand, dass die Bestands- und Angebotsmieten mal wieder gestiegen sind. Nein, es sind auch nicht die Zahlen, die zeigen sollen, dass die Mieten der BBU-Mitgliedsunternehmen preiswerter sind. Für Überraschung sorgte vor allem eine Sonderauswertung von Wohnungsgesuchen beim Internetportal ImmobilienScout24. Die Studie zeige, dass Wohnungssuchende in Berlin bereit sind Preise deutlich über den aktuellen Bestandsmieten zu zahlen. Doch stimmt das überhaupt? Und was überhaupt ist einen „Mietzahlungsbereitschaft“? Und wie wird sie gemessen?

Ursprünglichen Post anzeigen 1.497 weitere Wörter

Der Senat wird tätig!

Avatar von kottiundcoKotti & Co

Der Senat wird tätig! Uns wurde exklusiv eine geheimes Video zugespielt. Auf dem Video sieht man einen Mitarbeiter der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung bei der Erarbeitung von Lösungen für den sozialen Wohnungsbau (Bestand). Unglaublich – aber wahr!

senatsverwaltungUpdate (Ende Jan. 2014) – 2 weitere Videos sind aufgetaucht: einmal aus der GSW, und einmal aus der HERMES Hausverwaltung. Es scheint Bewegung in die Sache zu kommen. Wir bleiben dran!

senatsverwaltung         senatsverwaltung

Ursprünglichen Post anzeigen

Stellungnahme (1)

In loser Folge werden auf dieser Seite die Stellungnahmen von Anwohner*innen zum Bericht von Stattbau veröffentlicht. Die Genehmigungen der Autoren liegen der Redaktion vor.

zum Voruntersuchungsbericht Thälmann-Park

Jetzt haben wir es also fast geschafft. Und wir werden es wohl auch noch ganz schaffen. Dessen bin ich mir sicher!
Nicht zuletzt nach der letzten Umweltklimakonferenz, in der sich, meine eigene Menschheit nun endgültig für blödsinnig erklärt hat. „Wir haben beschlossen, bei der nächsten Konferenz etwas, das für alle verbindlich ist, zu beschließen.“ Eine Veranstaltung, zu der sich, unter höchst möglichem Aufwand an Flugbenzin und Energie, Politiker und -innen, ihr Gefolge samt Lobbyistengeschmatze wahlweise am heißesten oder kältesten Punkt der Welt zu treffen pflegen, um dort zu beschließen lieber noch nichts zu beschließen weil ja noch ein tausendstel Grad an der Prognose fehlten, um etwas beschließen zu können. Danach fliegen sie wieder mit Wachstumsgeschrei und Dollar oder Euro – Noten in den Pupillen, auseinander.
Aber so ist der Mensch wahrscheinlich. Die Kugel muss erst raus aus dem Lauf, der Panzer an Gegenseite verkauft, der Krieg erst geführt werden, um dann miteinander in aller Freundschaft reden zu können. Das Kind muss immer erst mal richtig rein in den Brunnen. Und damit sind wir beim Thema dieses Planungsmodells von der Stattbau GmbH.
Stattbau, mit doppel „tt“, so was klingt immer wie: Aha – etwas Anderes, Neues, Extravagantes, Einzigartiges – nicht? Attribute, nach denen ich aber suchen musste. Sowohl beim Auftreten der Firma, noch in der Ausführung, als auch konzeptionell. Ich such immer noch. Aber beim Suchen las ich mehr zu dem Thema: Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.
So auch das ganze Gebaren in den Veranstaltungen in der Wabe. Warum steht hier nur ein Entwurf zur Debatte? Jedes Dorf, das sich ein neues Gemeindehaus leisten will, hat mindestens 3 Entwürfe dort zu stehen. Und dann findet ein demokratischer Prozess statt, in dem herausgefunden wird was passt.
In Berlin reicht einer. Ein Vorschlag. Für eine Filetlage mit Blick hinunter in die City. Ein Vorschlag. Als sollte da ein Dönerstand hin und mit einer derartigen Beschleunigung von einem, noch dazu grünen, Stadtentwicklungsbürgermeister Kirchner beschleunigt, als würde ihm sonst die Loft ausgehen. Nein, es ginge ja auch um Sozialwohnungen. Ein Privatinvestor baut dort Sozialwohnungen? Doch nur, wenn man ihn zwingt und dann werden die nach drei bis vier Jahren saniert und luxusverkauft. Es besteht überhaupt kein Grund an dieser Stelle mit solchem Druck über 4000 Menschen anzusiedeln. An einer Stelle Berlins, wo die Jugendeinrichtungen schließen, einfache Spielplätze zu teuer werden, wo die Infrastruktur an Freizeitmöglichkeiten am Boden liegt.
Meines Erachtens wäre ein Schutz des Parks, bis hin zu einem Rückbau des Güterbahnhofs und des Zementmischwerkes überdenkenswert. Dieses ganze (potentielle) Grün ist Berlins Tafelsilber! Davon träumt manch andere Europäische Hauptstadt, die es verschlafen hat sich Oasen zu gönnen auch mitten in der Stadt. Das ist LUXUS! Über diese Stadt mit ihrem Grün und ihrer Luft wurden Schlager gedichtet. Bitten sie jeden Berliner um 1 Euro Pacht für das
Grün seiner Stadt, ich denke, er würde ihn geben, den Euro. Von dem Geld könnte Herr Göpel einen schönen Park bauen, was ungleich schwieriger ist als Blöcke aufzustellen. Lassen sie doch einen Park zurück, Herr Göpel, für die Enkel, statt der 3 Rennwagen. Klingt auch schöner: „Göpel Park“ – besser als Göpel Block.
So wie sich dieses Modell hier darstellt, stellt sich das Baubild an vielen Orten der Stadt dar. Jeder der herkommt kann machen was er will – Hauptsache es kommt wer- scheint das Motto zu sein.
Zur Architektur gehört auch die Freude am historischen Umfeld des Areals, in dem ich mich befinde. Aber so, wie sich zum Beispiel der Alex nach Meinung vieler Berliner entwickelt hat, hat das nix mehr mit Berlin zu tun. „Verhunzt“, wie der Berliner und viele Besucher es ausdrücken.
 Warum liegt der Entwurf der Anwohnerinitiative nicht aus?
 Wieso kann dazu nicht Stellung genommen werden?
 Warum ist dieses Projekt alternativlos?
Wenn es das ist, wäre der Umkehrschluss, dass alle Veranstaltungen zur Bevölkerungssituation, zur Ideenfindung und Wünschen der Anwohner in der Wabe, von vornherein, als reinstes Schmierentheater konzipiert waren. Was ist denn das für ein demokratischer Prozess, Herr Kirchner.
Ja damals, ging das schön so im Osten, da stand der Mensch bei allen Entscheidungen im Mittelpunkt der Gesellschaft – damit ihn jeder in den Arsch treten konnte. Das war ein Ostwitz – kennen sie den noch?
Sehr geehrter Herr Kirchner, wenn Sie Leute so vor den Kopf stoßen, kommt der Kopfstoss zurück. Dessen seien Sie gewiss.
Ich bin langsam der Meinung, dass das einzige Wort, was Politiker verstehen, ohne das ein breites Schwafelbedürfnis ausbricht, ein klares NEIN ist. Einfach NEIN.
Zum Punkt Schule.
Um Unfälle vor der Schule zu verhindern ist es nicht nötig den Schulcampus zu vergrößern und nach Osten auszudehnen um dahinter Fuß und Radweg zu verlegen. Es gibt andere Möglichkeiten um Radfahrer vor der Schule zu bremsen. Wenn der Campus erweitert wird, wäre der Park an dieser Stelle schon mal geteilt. Und wenn er dann schon mal geteilt ist, kann man doch gleich noch ein – zwei Häuschen …… usw. Ich hör es schon.
Ein nächster Punkt sind die beiden Parkplätze südlich der Schwimmhalle in Richtung Greifswalder Straße. Anwohner der Lilli-Henoch-Straße haben keine Möglichkeit vor ihrem Haus zu parken. Sie dürfen dort nur be- und entladen und parken dann auf den beiden Flächen.
Zuzüglich der Schwimmhallen Besucher reichte das Platzangebot bisher geradeso.
Jetzt kommen nicht wenige Anwohner des Danziger Bogens dazu denen die Tiefgarage zu teuer ist. Dasselbe wird mit den Anwohnern der neuen „ELLA“ – Residenz passieren. Es sollen dafür auf der Greifswalder Strasse 50 neue Plätze geschaffen werden. Allein an dieser wirklichkeitsfernen Betrachtung zeigt sich, wie weit hier schon Planung und Wirklichkeit auseinander klaffen. Nach uns die Sintflut und der Rubel rollt. Ich unterstütze und bitte ebenfalls um Unterstützung des Vorschlages der Anwohnerinitiative, der die Erhaltung und den Schutz dieses Parks, sowie der Mieten der Anwohner verlangt. Diese würde bei Bebauung durch die ortsübliche Vergleichsmiete mit anziehen. Darüber sind sich viele nicht im Klaren.
Wenn die Gebirgsgletscher in ca. 30 Jahren abgeschmolzen sind wird gerade Brandenburg langsam zur Savanne werden. Sagen die Prognosen.
Wir nähern uns Zeiten, in denen wir froh sein werden, wenn noch ein Baum steht, wenn wir in der Stadt keine Taschentücher oder Masken tragen müssen. Wenn unsere Kinder in der Stadt noch Tiere sehen und baden können. Der globale Mangel wird uns allen langsam bewusst. Der Mangel an Öl, Energie, Wasser und in vielen Metropolen schon an Luft. Aber wir tun nix, seit Jahrzehnten nix. Aber wissen alles. Ich erwarte ja nicht von unseren universalkompetenten Politikern, dass sie eine Vorstellungsgabe von drei Generationen haben, aber um eine Generation weiter zu denken, nur die eine, das sollte doch möglich sein.
Wir, die Intelligenzbestien dieses Planeten, waren nach milliardenjährigem Saurierleben in der Lage diese blaue Kugel in 300 Jahren fast hinzurichten und machen weiter, einfach weiter.
Jeden Tag werden auch in unserem Auftrag, unserer Lobbys und Betrüger, global, Waldflächen so groß wie Berlin abgeholzt. Täglich sterben zwei Tierarten aus. Und solange das noch so ist, sollten wir hier Aufforsten und nicht Nachverdichten.
Kein New Yorker würde einen Spatenbreit seines Central Parks hergeben. Genau so wenig wie jemand auf die Idee käme im Tiergarten zu bauen. Die alles im Kopfe und weil Sie mir absolut nicht grün sind, Herr Kirchner schreibe ich das.
Wenn Sie uns mit im Boot haben wollen, gut, dann fangen wir aber bitte gemeinsam, ganz, ganz von vorne an.
Volker Herold
AI – Ernst Thälmannpark

„Ob am Pankower Tor, im Mauerpark oder im Thälmannpark: die Art wie künftig gebaut oder städtebauliche Verantwortung neu gestaltet wird, entscheidet sich an diesen drei Brennpunkten“

Die Pankower Allgemeine Zeitung wünscht allen ein frohes 2014 und wir wollen uns dem anschließen. Wir werden wieder viel zu tun bekommen und die Politik wird uns kräftig auf trab halten. Packen wir es an und hoffen, dass es für uns alle kreativ, schöpferisch, lustig und einfach schön wird.

Hier der Neujahrsgruß der PAZ.

Frohes Neues Jahr 2014

Zwangsräumungen in Berlin: Drei Beispiele

Unter dem Titel „…und raus bist du!“ berichtet der Tagesspiegel über drei Beispielen von Zwangsräumungen in Berlin. Die zunehmende soziale Kälte und die Ohnmacht der Politik werden hier gut dokumentiert. Wohnen als Menschenrecht wurde hier mit Füßen getreten.

„Die Zahl der Mietkonflikte in Berlin steigt, sagt das Bündnis „Zwangsräumung verhindern“. Dagegen protestierten 2013 so viele wie nie zuvor. Hier erzählen drei betroffene Berliner ihre persönliche Geschichte.“ Lesen Sie den ganzen Beitrag hier. „Wohnungsmangel, Kündigungen und immer mehr Räumungsklagen: Drei Betroffene erzählen.“

So läuft das in Prenzlauer Berg oder Gysi greift ein

Ich dokumentiere einen Beitrag vom Bundestagsabgeordneten Stefan Liebich über ein Bauvorhaben in Prenzlauer Berg, das so typisch zeigt, wie das schon seit Jahren hier so läuft und die Investoren auf Grund der gesetzlichen Rahmenbedingungen machen können, was sie wollen. Doch es regt sich Widerstand:

Hoffen und Bangen

Prenzlauer Berg anno 2013. Ein Investor kauft eine Wohnanlage mit 110 Wohnungen, viel Grün in offenen Höfen und aus stabiler Bausubstanz. Vor allem ältere Menschen wohnen dort, manche sogar seit der Errichtung der drei Gebäude an der Metzer, Straßburger und Belforter Straße im Jahre 1960. Der Eigentümer will nun einen Teil der Wohnungen abreißen, um neue Luxuswohnungen auf dem Areal zu bauen und überzieht einen Teil der alten Mieterschaft mit Verwertungskündigungen. Stellt sich die Frage: Darf der das?

Offensichtlich ja. Und das ist das Problem. Der stadtentwicklungspolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE in der BVV Pankow Michail Nelken hat Gregor Gysi sowie Stefan Liebich als Wahlkreisabgeordneten am Donnerstagnachmittag eingeladen, um sie erneut auf die verfahrene Situation aufmerksam zu machen. Über 50 Mieterinnen und Mieter, Nachbarn und Journalisten haben an dem Vor-Ort-Termin teilgenommen. Für Gregor Gysi ist die Situation exemplarisch für die Konzeptlosigkeit der Wohnungspolitik des Senats. „ Es fehlt ein klares Ziel und der Weg wie man dieses Ziel erreicht“, moniert er am Ende der Führung. Und auch Stefan Liebichs Kritik zielt in erster Linie auf die politischen Rahmenbedingungen, welche Gebaren wie die des Investors econcept an diesem Standort erst möglich machten: „Die Gesetze die besonders in den letzten Jahren zum Mietrecht erlassen wurden stärken die Vermieter und schwächen die Mieter. Das, was wir hier erleben, ist ein Ergebnis davon.“

Am Rande des Termins wurde bekannt, dass Nachbarn der Wohnanlage gegen das Bezirksamt Pankow Klage eingereicht haben wegen eines von diesem mit econcept im Mai 2013 geschlossenen Vergleichs. Damit drohen dem Bauvorhaben weitere kostspielige Verzögerungen und es keimt Hoffnung auf, dass so das Projekt noch scheitern könnte. Eine Mieterin, die im abrissbedrohten Teil der Anlage wohnt, hat sich mit dem Investor darauf verständigt, erst dann auszuziehen, wenn dieser eine Baugenehmigung hat. Es könnte ein kluger Deal gewesen sein. (Quelle)

Bezirksämter von Berlin: Wir machen den Weg frei!

Bauprojekte in Berlin: Dafür suchen „wir“ Bauflächen?
Dafür schaffen wir Baurecht?
Dafür beschleunigen wir Genehmigungsverfahren?

Leider haben die Projekte keinen entlasteten Einfluss auf die angespannte Wohnungsbausituation in Berlin, denn bezahlbarer Wohnraum ist bei den Wohnprojekten überhaupt nicht zu finden. Der Senat und auch die Bezirke versuchen mit dem Trick, dass Berlin ja Wohnungen braucht, den Menschen weiß zu machen, dass die Investoren dafür sorgen.

Hier die Liste der ominösen Projekte, wofür von den entsprechenden Bezirksämter der Weg frei gemacht worden ist:

Hesse-Gärten, Hermann-Hesse-Str. 13-14;
http://hessegaerten.de/index.php/hessegaerten
Viktoriagärten, Blankenburger Straße 31-37:
http://home.immobilienscout24.de/12643775
Ossietky 11
http://www.ossietzky11.de/
Dietzgenstr. 1-5, An den Schlossgärten,
http://www.arch-schmid.de/projekt_schlossgaerten_sv.html
Wohnen im Galenuspark (verkauft/bewohnt)
http://www.höhne-architekten.de/projekte_details.php?id=124&pic=1
Mendelkarree in der Mendelstraße, nahe Schlosspark
http://www.mendelkarree.de/
Floragärten Flora-/Gaillardstr.
http://www.flora-pankow.de/r-impressum.html
Baugemeinschaft Himmel & Erde – Das Ökoprojekt nun auch ohne Pool auf dem Dach, aber
immer noch mit Weitblick – Brehmestr. 36 – auf Kleingärten der KGA Famos;
http://www.area-berlin.de/aktuelle_projekte.html
Brehmestr./Gaillardstr. (ehemaliges Roseneck)
http://www.hbb.de/detailansicht-wohnungsbau/project/wohnungsbauprojekt-brehmepalais.
html
Gounodstr. 47-57
http://www.gounod.de/index.htm
Falkenberger 2
http://www.moehring-architekten.de/projekte/realisierungen/filomena/projektdaten/
Komponistengärten
http://www.komponistengaerten.de/
Schön wohnen am Kreuzpfuhl
http://berlin.neubaukompass.de/Berlin/Weissensee/Bauvorhaben-Schoen-wohnen

Wohnanlage Ella-Kay-Str/Thälmannpark;
http://www.ella-berlin.de/berlin-prenzlauer-berg.html

Prenzlauer Bogen, verkauft/ bezogen.
http://www.prenzlauer-bogen.de/
Greifswalder 200, verkauft/bezogen.
http://www.urbanspaces.de/index.php/projekte/9-winsgaerten
Schönhauser Allee – hochwertiges Wohnen am Cantianeck; im Bau
http://cantianeck.de/
Thulestraße
http://www.thule40.de/seiten/
Dietzgenstraße
http://www.uhlandgaerten.de/
Garibaldistr. / NCC (fast ausverkauft)
http://www.nccd.de/de/Aktuelle-Wohnprojekte/Suche/BerlinBrandenburg/Berlin-
Pankow/Wilhelmsruh1/Garibaldistrasse/

http://www.urbanspaces.de/index.php/projekte
http://www.kondorwessels.com/index.php?id=3
http://grothgruppe.de/site/198/Flottwell_Living.html

Das ist ein kleiner pankow-lastiger Ausschnitt vom dem, was in Berlin auf dem
freifinanzierten Wohnungsneubaumarkt sich tut.
Dafür werden Bauflächen in der Stadt gesucht (und gefunden).

Ärger mit der Baustelle

Vielleicht soll ja auch nur die Leidensfähigkeit der Anwohner*innen getestet werden. Was sich die Baustelle „Ella“ und deren Verantwortliche so leisten, spottet jeder Beschreibung.

Vereinahmung von öffentlichen Grund und Boden/Dreck: Zunächst wird das Baugelände fast täglich einfach erweitert. Die Bauzäune stehen bereits auf dem Bürgersteig, der sehr stark durch schweres Gerät zerstört wurde. Der schmale Grün (Unkraut-)streifen zur Ella-Kay-Straße ist ebenfalls vom verlagerten Zaun oder von Baumaterialien, Bauschutt, Baufahrzeugen und rausgerissenen Bäumen einverleibt worden. Bürgersteig und Straße sind extrem verdreckt, jeden Tag kommt neuer Unrat von der Baustelle dazu.

Sicherheit: Fast täglich schweben schwere Teile außerhalb der Baustelle über vorbei eilenden Passanten, Kindergruppen oder Autos. Die Bauarbeiter könnten wenigstens einen Helm tragen. Bagger und Planierraupen machen im Durchgangsgebiet für die Bewohner*innen der Ella-Kay-Straße ihre gefährlichen Fahrübungen, nehmen kaum Rücksicht auf andere Autos, noch weniger auf Passanten. Hinweise und Ermahnungen werden nicht verstanden. Man ist auf Fußwegen ständig von schweren Fahrzeugen bedroht.

Lärm: Es werden keine Ruhezeiten eingehalten, ohrenbetäubender Lärm begleitet die Anwohner*innen von früh morgens bis in die Nacht.

Licht: Die bei einsetzender Dunkelheit notwendige Beleuchtung strahlt mit ihren Spots teilweise frontal in die Fenster der angrenzenden Wohnhäuser rein. Betroffen sind auch Patientenzimmer des Krankenhauses und einige Wohnungen des Prenzlauer Bogens.

Fazit: Die Baustelle greift massiv in die Lebensqualität der Menschen der angrenzenden Häuser ein. Es gibt keine Informationen des Bauleiters über Verlauf sowie operative und logistische Vorgänge. Die Sicherheit der Passanten ist unzureichend gewährleistet. Die Baustelle wird täglich erweitert, befinden sich bereits jetzt Teile der Baustelle außerhalb des ehemaligen und vom Investor gekauften Gasag-Geländes. (RW)

Keine Lust auf Bürgerbeteiligung

Wir als Anwohnerinitiative Thälmannpark haben ja schon mehrere denkwürdige Momente erlebt. Die Sitzung des BVV-Ausschusses für Stadtentwicklung, wo es am Anfang um die von Stattbau gestaltete Voruntersuchung zum Areal Thälmannpark ging, war so ein Moment.

(Stellungnahme der AI, die allen Ausschussmitglieder zuvor vorlag, die aber wahrscheinlich völlig ignoriert wurde)

Nun sind wir, die Aktiven der AI, ja schon fokusiert auf Bürgerbeteiligung, stellt es doch den elementaren Gegenstand unserer Existenz als AI da. Wir sind motiviert, interessiert, voller Hoffnung, stehen halt voll im Stoff. Der Ausschuss für Stadtentwicklung und deren Mitglieder, die alle irgendwie gewählte Volksvertreter sind und sich für diesen Ausschuss gemeldet haben, sehen das in der Mehrheit völlig anders.

Die zu beschließenden Punkte werden wahrscheinlich nach Ansicht der meisten Ausschussmitglieder von eingeforderter Bürgerbeteiligung torpediert, die Punkte können auf Grund von bürgerlichen Engagement nur sehr verzögert abgehandelt und durch gewunken werden. Ein lästiges Übel!

Bei Nachfragen werden die Augen gerollt, Diskussionen sind nicht erwünscht. Der Vorsitzende bügelt jede kritische Nachfrage ab und genügt sich in einer zügigen Abhandlung des Vorganges.

Ich, als Gast eines demokratischen Prozesses, war zutiefst schockiert über soviel Lethargie, Duckmäusertum, Uninformiertheit, Willenlosigkeit zur realistischen Reflexion und zum Diskurs, ja zum merklichen Unbehagen der meisten Ausschussmitglieder zum Thema Bürgerbeteiligung. In bornierter Attitüde wurde vom Ausschussvorsitzenden Schröder, der wahrscheinlich den gesamten Ausschuss gut im Griff hat, ein unterirdisches Pamphlet goutiert, das mit solider und professioneller Aufbereitung so gut wie gar nicht zu tun hat.

Schröder versteifte sich sogar zur oberlehrerhaften Belehrung, wie aus seiner Sicht Bürgerbeteiligung auszusehen hat, dass sie, sowie sie sich hier darstellte, nicht nur völlig ausreichte, sondern schon viel viel besser als anderswo ist. (Beitrag zur Bürgerbeteiligung bei der Voruntersuchung)

Wir sollten mal schön unsere Klappe halten und froh sein, dass man sich überhaupt herablasse, mit Bürgerinnen und Bürger zu sprechen. Gut, so hat er das nicht ganz gesagt, aber es kam so rüber.

Nur Herr Nelken versuchte ansatzweise eine kritische Reflexion und nachvollziehbare Verständnisfrage. Das war dem Vorsitzenden schon zu viel, er erging sich in Zurechtweisungen und Reglementierungen. Unglaublich, wie das dann Wirkung bei den Verordneten zeigte. Fast jeder duckte sich ab und hoffte wahrscheinlich, dass es endlich vorbei ist.

Stadtrat Kirchner und die von ihm beauftragte Stattbau zogen ihr Ding durch, frühere Versprechungen spielten keine Rolle mehr, er musste zur Zusage für einen zweiten Workshop genötigt werden. Die Variante der Anwohnerinitiative zum Voruntersuchungsgebiet TeddyZweiNull fand bei dieser Präsentationsfarce überhaupt nicht statt.

Selbst denkenden Menschen aus Bürgerbewegungen und Initiativen auf Augenhöhe zu begegnen, ist vielen Volksvertretern und gewählten Mandatsträgern völlig fremd und aus ihrem kulturell-politischen Selbstverständnis nicht nachvollziehbar. Dass Politik ein Partner der Menschen sein muss, ist wahrscheinlich eine naive Illusion. Die Interessenlagen liegen ganz woanders, profitorientierte Immobilienhändler und -lobbyisten haben leichtes Spiel.

Die Chance zum demokratischen Einfluss sehe ich nur in einer Mobilisierung von Bürgerinnen und Bürger zur außerparlamentarischen Willensbekundung. Was für eine Enttäuschung! (RW)

Alles Auslegungssache

Eine völlig neue Form der Bürgerbeteiligung wurde auf der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses am 31.10.2103 den verdutzten Bürgern präsentiert. Nein, der Beteiligungsprozess ist nicht zu Ende, wir machen Ende 2013 eine öffentliche Auslegung unserer massiven Bebauungspläne für die Bürger! Heureka, so was gab es noch nie. Die Vertreterin der Stattbau GmbH und der Bezirksstadtrat waren voll des Lobes für diesen Ausbruch an Kreativität.
Ihre Begeisterung für diese revolutionäre,  neue und wegweisende Beteiligungsform wollte aber nicht so recht auf das skeptische Volk überschwappen.
Kein Wunder, so sind einige von uns doch schon deutlich länger als ein Jahr auf diesem Planeten Erde zuhause und beim Wort „Auslegung“ denke ich sofort an die Abenteuer von Arthur Dent, dem Helden des 1979 erschienen Werkes „Per Anhalter durch die Galaxis“ des leider viel zu früh verstorbenen Douglas Adams.
Arthur Dent wacht eines Morgens nach einer unruhigen Nacht auf und kann sich gerade noch rechtzeitig vor die Bulldozer werfen, die sein Haus einreißen wollen, um Platz für eine Umgehungsstraße zu schaffen.  Der Verwaltungsbeamte der Gemeinde, Mr. Prosser, erklärt Arthur auf seinen Protest hin, dass er ja durchaus das Recht hatte, zu gegebener Zeit Einwände und Vorschläge zu machen:
„ „Aber Mr. Dent, die Pläne lagen die letzten neun Monate im Planungsbüro aus“. … „Man hat sich nicht gerade viel Mühe gemacht, die Aufmerksamkeit darauf zu lenken. Ich meine, daß man’s jemandem gesagt hätte oder so.“ „Aber die Pläne lagen aus …“ „Lagen aus? Ich musste schließlich erst in den Keller runter …“ „Da werden sie immer ausgehängt“ „Mit einer Taschenlampe“. „Tja, das Licht war wohl  kaputt.“ „Die Treppe auch“. „Aber die Bekanntmachung haben Sie doch gefunden, oder?“ … „Ja, das habe ich, Ganz zuunterst in einem verschlossenen Aktenschrank in einem unbenutzten Klo, an dessen Tür stand: Vorsicht! Bissiger Leopard!“ “ (Douglas Adams, Per Anhalter durch die Galaxis, Roger & Bernhard, S.15).
Zeitgleich erreichen Vogonische Raumschiffe die Umlaufbahn um den Planeten Erde, um diese zu sprengen und damit Platz für eine Hyperraum-Expressroute durch unser Sternensystem zu schaffen. Während Arthur Dent um sein Haus kämpft, protestieren einige Erdbewohner gegen die Sprengung der Erde. Der Vogonische Raumschiff-Kommandant  erwidert gelassen. „ „ Es gibt überhaupt keinen Grund, dermaßen überrascht zu tun. Alle Planungsentwürfe und Zerstörungsanweisungen haben fünfzig ihrer Erdenjahre lang in ihrem zuständigen Planungsamt auf Alpha Centauri ausgelegen. Sie hatten also viel Zeit, formell Beschwerde einzulegen, aber jetzt ist es viel zu spät, so ein Gewese darum zu machen. … Was soll das heißen, Sie sind niemals auf Alpha Centauri gewesen? Ja du meine Güte, das ist doch nur vier Lichtjahre von hier. Tut mir leid, aber wenn Sie sich nicht mal um Ihre ureigensten Angelegenheiten kümmern, ist das wirklich Ihr Problem. Vernichtungsstrahlen einschalten!““   (Douglas Adams, Per Anhalter durch die Galaxis, Roger & Bernhard, S37/38).

Das ist dann das Ende des Planeten Erde und der Beginn der Abenteuer von Arthur Dent.

Nein, ich bin nicht begeistert von der Auslegung. Was soll der Quatsch! Ist doch toll, man legt die Bebauungspläne aus und ich darf die dann zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag kritisieren. Das ist genauso  dämlich wie der Zettelkasten in der Wabe, mit dem der Unmut der am 16.10. anwesenden Bürgerinnen aufgefangen werden sollte. Schreibt auf, was ihr wollt, wir sammeln und verbrennen euer Geschreibsel dann und bauen trotzdem. Danke. Ich leg mir dann lieber selber was raus. Kein Wunder, dass die Eingeborenen unruhig werden.

Ottilie Ozelot