Ostdeutsche Stadtlandschaften: Bilder vom Verschwinden

Der Architekt Martin Maleschka hält schrumpfende ostdeutsche Stadtlandschaften für die Nachwelt fest. Ein junger Eisenhüttenstädter dokumentiert, wo wir noch vor 25 Jahren gelebt haben und wo wir in 25 Jahren nicht mehr leben werden.

Aus „Neues Deutschland“

„Staatsbürgerkunde hieß das Fach, in dem es um die DDR, ihre Errungenschaften und ihre Pläne, um den Aufbau und den Erhalt des Sozialismus ging. Das weiß der 32-jährige Martin Maleschka nicht aus eigenem Erleben. Obwohl er viel mit seinen Eltern über die Vergangenheit redet. Der gebürtige Eisenhüttenstädter stellt die Frage nach diesem Schulfach gar nicht. Es stand nicht mehr auf seinem Stundenplan. Ihn beschäftigten andere Fragen aus dem früheren Leben, auch inspiriert durch sein Studium: das Wohnumfeld damals; die Plattenbauten, in denen er groß wurde; Planzeichnungen; die gebaute Realität; die Stadt Eisenhüttenstadt, seine Heimat.

Das Viertel, in dem Martin Maleschka aufwuchs, steht nicht mehr. Da, wo er einst Fußball spielte, Räuber und Gendarm, Klingelrutsche, ist heute wieder grüne Wiese. Seit neun Jahren dokumentiert Maleschka alles, was verloren geht und noch verloren gehen wird – zunächst in Eisenhüttenstadt, in Frankfurt/Oder und in Cottbus. Seine Eltern sind da leidenschaftslos. Sie verbinden andere Erinnerungen mit der Zeit der Plattenbauten als der Sohn. …“ Hier kann man den ganzen Beitrag lesen.

Wem gehört die Stadt? Berlin für alle?

Berliner Ratschlag 4.-6. April 2014 TU Berlin:

„Die Mieten steigen, Menschen wird der Strom abgeklemmt, das Camp am Oranienplatz ist von einer Räumung bedroht, es kommt immer wieder zu Zwangsräumungen. Die Lebensbedingungen von vielen Leuten in Berlin verschlechtern sich.

Protest!

Aber immer mehr Menschen wehren sich. Am Kottbusser Tor haben Mieterinnen und Mieter zuletzt gemeinsam die Miete gesenkt, gegen Zwangsräumungen gibt es Blockaden, Andere starten Volksbegehren für ein soziales und ökologisches Stadtwerk oder gegen die Bebauung des Tempelhofer Feldes, in vielen Vierteln von Berlin sind Initiativen aktiv und setzen sich für ihre Interessen ein. Eine Sache verbindet die Proteste. Wir wollen ein Berlin, in dem alle Menschen gemeinsam leben können und welches nicht von oben geplant und durchgesetzt wird.

Berliner Ratschlag // 4.-6. April 2014 // TU Berlin

Nun laden viele verschiedene Initiativen zum Berliner Ratschlag ein. Wir wollen uns austauschen, neue Ideen und gemeinsame Perspektive entwickeln. Es sind alle Menschen eingeladen, welche nicht zusehen wollen, wie Berlin immer weiter kommerzialisiert wird und sich gemeinsam wehren wollen. Wir wollen ein Berlin von unten!“

Spaziergang mit Speckmann

Die Evangelische Akademie Berlin lud zu einem Rundgang in den Thälmannpark ein. Man konnte sich von Christoph Speckmann vom Stadtentwicklungsamt Pankow über die Entwicklungen und Aussichten, über Probleme und Chancen des Areals informieren. Immerhin kamen dann auch ca. 50 Interessierte und die Anwohnerinitiative Thälmannpark war auch eingeladen.

Ganz klar wurden Konfliktlinien zwischen Bezirksamt und Anwohnerinitiative skizziert. Hier ging es inbesondere bei der Planung des Areal am Güterbahnhof, dass sich im Besitz des Investors Gerome befindet, der  es mit hochpreisigen und 22-stöckigen Penthäusern bebauen will. Die Initiative will dort nichts bebauen und sieht das Gelände als einem Teil eines Grünbandes bis zum Anton-Seafkow-Park. Grundlage dieser Forderung ist die Kampagne TeddyZweiNull.

Hr. Speckmann bestätigte immerhin, dass es hier zwei konkurierende Konzepte gibt. Eben Beton oder Grün! Überhaupt war der Voruntersuchungsbericht der Firma Stattbau Gegenstand der Diskussionen beim Spaziergang. Zumindest konnte der Unmut der Initiative zu diesem Bericht übermittelt und kommentiert werden. Die Gäste des Rundganges konnten sich selbst ein umfassendes Bild zur Problematik machen.

Interessant war eine kleine Bemerkung Speckmanns gegenüber den Damen von der Stattbau, wo er auf die Aufforderung, dass doch Stattbau selbst was dazu sagen sollte, mit einem Affront reagierte, nach dem Motto, die hätten eh nichts zu sagen und nur das zu schreiben, was der Auftraggeber, in diesem Fall das Bezirksamt, vorgab. Das ist schon eine sehr eigenwillige Einstellung zu in Auftrag gegebenen Gutachten, wenn das, was drin stehen soll, vorgegeben wird. Wahrscheinlich ist das gängige Praxis beim Bezirksamt Pankow.

Insgesamt war es dennoch ein sehr interessanter und aufschlussreicher Nachmittag im frühlingshaften Thälmannpark, der dann noch mit erfrischenden Fragen und konstruktiven Diskussionen endete.

Luxusverbot im Prenzlauer Berg

Wie auch immer es durchzusetzen ist: die BVV hat ein Luxusverbot im Bezirk beschlossen. Hier gibt es bereits Einzelheiten:

„Ist es dafür nicht schon zu spät? Naja,“ meint dazu Stadtrat Kirchner, „im Bötzowviertel, am Kollwitzplatz oder auch im Winsviertel wäre es sicher schlauer gewesen, wenn das Luxusverbot früher gegriffen hätte“. Aber die zugrundeliegende Studie zeige, dass nun eine zweite Verdrängungswelle anstehe, von der nicht nur die einkommensschwachen Bevölkerungsschichten betroffen seien, sondern auch der Mittelstand; das sei eine ganz neue Qualität. Und so folgert er: „Lieber fast zu spät als gar nicht“…

Das Luxusverbot wird am Mittwoch auf weitere Ortsteile in Prenzlauer Berg ausgeweitet. Damit würden nach Angaben der Bezirkspolitik rund 78.000 Wohnungen und rund 130.000 Menschen „beschützt“. Der gesamte Beitrag 

Berlin: Gothe als Bauernopfer in Müllers Rochade

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Der bisher Beste Kommentar zuir Gothe-entlassung: Ulrich Paul in der Berliner Zeitung (27.03.2014) Der bisher beste Kommentar zur Gothe-Entlassung: Ulrich Paul in der Berliner Zeitung (27.03.2014)

Die Berliner Lokalmedien überschlagen sich: „Bausenator entlässt seinen Staatssekretär“ (Tagesspiegel), „Staatssekretär-Rauswurf bedeutet Offenbarungseid für Müller“ (Morgenpost), „Müller feuert Staatssekretär Gothe“ (rbb). Der Senator für Stadtentwicklung Michael Müller hat am Dienstag für die meisten überraschend seinen Bausstaatssekretär Ephraim Gothe vor die Tür gesetzt. Eine richtige Begründung gibt es nicht:

… Gothe habe gute Arbeit geleistet. (…) Gothe sei besonders gut in der Kommunikation und der Vermittlung unterschiedlicher Interessen bei großen und kleinen Projekten. Jetzt gehe es aber um die sichtbare Umsetzung konkreter Baupläne mit den Instrumenten Wohnungsbaufonds und Stadtentwicklungskonzept 2030. Dafür brauche man einen erfahrenen Organisator, hieß es. (Berliner Zeitung)

Der bereits vorgestellte Nachfolger Engelbert Lütke Daldrup gilt als verwaltungserfahren und auf der Bundesebene gut vernetzt. Offenbar hofft Senator Müller, mit ihm eine „Neuausrichtung der Baupolitik“ (Tagesspiegel) durchzusetzen.

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Wildwest im Biotop Prenzlberg?

Die Knöllchenverteiler in Ordnungsamtuniformen sollen sich, nach dem Willen von Stadtrat Kühne, aufrüsten können. Bei Not dürfen sie dann mit Schlagstöcken zur Ordnung rufen können. Ein Facebook-User meinte dazu: „Jetzt spinnen die doch wirklich. Mal wieder was neues aus der Abteilung Verhaltenssteuerung zur Aufrechterhaltung der Sicherheit und Ordnung. Abgesehen von der übereifrigen Regelungswut für parkschlampige Querparker*innen und die Einführung der Denunzianten-Straßensheriff-App ist das bisher kaum zu toppen gewesen. Aber erst führt Pankow aus vermeintlich finanziellen, wirtschaftlichen und verkehrspolitischen Interessen diese unsinnige Parkraumbewirtschaftung (die Bußgelder gehen trotzdem an das Land und wirtschaftlich ist alles andere) und zwar Wohnblock für Wohnblock auch nur für den Prenzlauer Berg ein. Um dann die zusätzlich eingestellten Parkraumüberwachenden mit Schlagstöcken auszustatten, um sich gegen den pöbelnden Mob der dreisten Bürger*innen zur Wehr zusetzen. *irre*“

Hier kann man weiterlesen.

Film Betongold gewinnt Grimme-Preis

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Und der Grimme-Preis geht aaannnn: Katrin Rothe und ihren Film Betongold

„Jurybegründung: Der Vorwurf des „Betroffenheitsjournalismus“ ist normalerweise ein Todesurteil für eine Reportage. Journalisten sollen Distanz wahren, sich nicht mit einer Sache gemein machen, wie Hanns Joachim Friedrichs es gefordert hat. Katrin Rothe zeigt jedoch in „Betongold“, wie sich „Betroffenheit“ auch positiv wenden lässt …“

weiterlesen unter: http://www.grimme-institut.de/html/index.php?id=1868

http://www.betongold-der-film.de/

Film ansehen nächste Gelegenheit im TV:
8.4.2014 um 22:45Uhr im RBB

Wir gratulieren und wünschen viel Erfolg für die Zukunft!!

Betongold_doppel

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Postillon: „Prenzlauer Berg von vermummten schwäbischen Milizionären annektiert“

kff, ssi; Foto [M]: Mazbln, CC BY-SA 3.0

„Es war wohl nur eine Frage der Zeit nach den zunehmend feindseligen Auseinandersetzungen zwischen eingeborenen Berlinern und zugezogenen Schwaben. Augenzeugen berichten von vermummten schwäbischen Uniformierten, die zur Stunde die Macht in Prenzlauer Berg an sich reißen. Während der Regierende Bürgermeister Berlins noch bei der Bundesregierung formellen Protest einlegt, kündigen die Anführer der Milizen bereits an, die künftige Zugehörigkeit des Ortsteils in einem „Referendumle“ zu klären.“

Hier kannst Du den ganzen Beitrag über die unglaublichen Ereignisse im Bezirk lesen.

Senator Müller und die Betonkoalition

„Für die einen ist es ein Konjunkturprogramm für Eigentümer schwer vermietbarer Ladenlokale – für die anderen ein Akt notwendiger Bürgernähe.“ (Quelle: Prenzelberger Stimme)

Es hätte ein schöner Nachmittag werden können. Clara West von der SPD lud auch uns von der angrenzenden Anwohnerinitiative in ihr Abgeordnetenbüro in die Naugarder Straße zur Neueröffnung ein. Es gab Cous Cous, Chili con carne und Käsekuchen, auf den selbstgebackenen Waffeln prangte das Parteilogo, die obligatorischen Fähnchen und Ballons wie bei jeder Partei durften auch nicht fehlen. Viel Prominenz hatte sich angesagt.

Sogar ein echter Senator gab sich die Ehre. Stadtentwicklungssenator Michael Müller erfüllte dann auch die Erwartungen auf eine kleine Glückwunschrede, die sich aber dann doch noch zum fetten Einpeitschen seiner Genossen auf die Agenda der Berliner SPD in Sachen Wohnungsbau entwickelte. Er schwor die Anwesenden auf das Mantra – Bauen um jeden Preis – ein.

Es soll ganz viel gebaut werden, weil so viele Menschen nach Berlin, insbesondere Pankow, kommen wollen. Dafür muss es schnell und unkompliziert Baugenehmigungen geben. Über Mitbestimmung von Bürgerinnen und Bürger wurde in diesem Zusammenhang nicht viel gesagt. Hauptsache Verdichtung. Damit soll dann auch das Wohnungsproblem in der Stadt gelöst werden.

Nun ist ja der Trick, dass auf Grund der Wohnungsnot in Berlin Neubau kaum abzulehnen sei. Der werte Senator sagte nämlich nicht, für wen denn eigentlich Wohnraum zu schaffen ist. Und wer ihn schaffen soll. Die übliche Praxis des aktuellen Senats, aber auch des Vorgänger-Senats und der Bezirke, ob sie nun von SPD, Grünen, LINKEN oder der CDU dominiert werden, ist, die Baugenehmigungen den Immobilienhändler, wie Groth, Gerome oder Göppel zu erteilen und nur im hochpreisigen Segment Wohnungsneubau errichten zu lassen. Damit wurde und wird die Wohnungsnot für Normalbürger in keinster Weise gelindert.

Im Gegenteil, die Topwohnungen in Toplagen werden jetzt international angeboten, damit sich der Zuzug des kosmopolitischen Jetset erhöht und aus den üppig fließenden Erlösen eine ordentliche Rendite raus kommt.

Das von Senator Müller angesprochene Ursache-Wirkung-Prinzip ist in Wirklichkeit eine einseitige Darstellung, es ist ja nicht so dass halb Gelsenkirchen vor den Toren Berlins steht. Warum der Senator mit seinen Worten die Wirklichkeit so verzerrt und vereinfacht darstellt und sich zum Fürsprecher der Immobilienbranche macht, erschließt sich an diesem Nachmittag vielleicht nur seinen SPD-Genossen. (RW)