Archiv der Kategorie: Meinung

Willkommen, enttäuschte Nachbarn!

Gedanken zum Wohnprojekt ELLA in der Ella-Kay-Straße (aus „Humorzentrum):

Die Kunst des Zen beim Immobilienerwerb

Jeder Mensch hat eine Seele. Manchmal aber kommt er allein schon aus beruflichen Gründen recht selten dazu, sie zu benutzen. In der Ella-Kay-Straße leisten Immobilienmakler nun ganze Arbeit: Selten fiel mein neidischer Blick auf baldiges Wohneigentum, das schon in der Bauphase solch magische Heimeligkeit und lichtdurchflutete Geborgenheit vermittelt. Da würde ich auch gern die nächsten 21 Jahre für abzahlen.

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“Die Galerie der lebendigen Vielfalt: das eigene Zuhause, ein Rückzugsort und Ruhepol, der Mittelpunkt und die Leinwand der eigenen Träume” (aus dem Portfolio-Text).

Totalschaden

In einem Gespräch hat Bezirksstadtrat Jens-Holger Kirchner eine Erörterungsveranstaltung einmal als den „Mercedes unter den Beteiligungsformaten“ angepriesen. Man hätte eigentlich sofort darauf kommen können, dass das wohl nicht ernsthaft als Ausdruck der Wertschätzung gemeint ist, wenn es von einem Politiker der Grünen und leidenschaftlichen Fahrradfahrer kommt. Vielmehr steht es wohl für etwas, das vor allem der Repräsentation dient, unnötig teuer und irgendwie zu sperrig ist.

Und das bezeichnet die Erörterungsveranstaltung zur Voruntersuchung Thälmannpark letzte Woche nun wirklich treffend. Mit verteilten Rollen und einer Aura von Diskussionsfreudigkeit, die an Volkskammer-Sitzungen erinnerte, wurden die Stellungnahmen der Bürger abgearbeitet und mit ausgestanzten Antwortblöcken regelrecht abgebügelt. Mit einer fast ängstlichen Korrektheit, die irgendwie verdächtig schien, wurden die Eingaben nacheinander einzeln aufgerufen. Die Antworten darauf ließen diese Detailtiefe dann leider vermissen, hier begnügte man sich mit Allgemeinplätzen und Halbwahrheiten.

Nach drei Stunden war etwa die Hälfte des Pensums geschafft und etwa die Hälfte der Anwesenden gegangen. Vielleicht war an dieser Stelle auch Bezirksstadtrat Kirchner die Absurdität seines Theaters nicht länger erträglich und er bot allen Ernstes an, die Veranstaltung entweder zu vertagen oder einfach ganz abzubrechen.

Mit diesem letzten, tragikomischen Akt haben die Verantwortlichen die Voruntersuchung Thälmannpark nun endgültig vor die Wand gefahren. Auf den geschätzten Kosten von 150.000 Euro bleibt der Steuerzahler sitzen, Menschen kamen glücklicherweise nicht zu Schaden.

Dabei scheint ein Abbruch der Erörterungsveranstaltung im Grunde nur konsequent, denn der Untersuchungsbericht selber war ja ohnehin schon im letzten Oktober fertig und blieb seitdem auch praktisch unverändert. Er wurde damals hastig als „Zwischenbericht“ um deklariert, nachdem die völlig unzureichende Bürgerbeteiligung* heftig kritisiert worden war. Um diese nachzuholen, folgte dann eine öffentliche Auslegung über die Weihnachtszeit und den Jahreswechsel – eine Zeit, in der die meisten Menschen wirklich Besseres zu tun hatten, als sich auf den zugigen Fluren des Bezirksamtes Stellwände mit Baupotentialflächen und Verkehrswegeplanung anzuschauen.

Dennoch kam anscheinend eine nennenswerte Zahl von Einwendungen** zusammen, viele davon setzten sich fundiert kritisch mit den geplanten Neubauflächen auseinander, die der Kernpunkt des Gutachtens sind und offenbar schon von Anfang an als Ergebnis der Untersuchung fest standen. Erwartungsgemäß haben die Einwendungen daran auch nichts mehr geändert.

So sieht das inzwischen als „vorläufiger Abschlussbericht“ betitelte Werk nach wie vor eine massive Bebauung auf beiden Teilarealen des ehemaligen Güterbahnhofs Greifswalder Straße als einzig denkbare Handlungsempfehlung vor. Das steht im krassen Widerspruch zum eigenen Analyseteil und zu den Ergebnissen der Bürgerbeteiligung, aus denen starke Grünflächendefizite und steigende Platzbedarfe für Schulen, Kitas und Freizeitflächen im Stadtteil hervorgehen. Eine alternative Planung***, die nicht auf hochpreisigen, privaten Wohnungsneubau, sondern auf zusätzliche Grünflächen und Platz für soziale Infrastruktur setzt, findet in dem Gutachten gar keine Erwähnung.

Nachdem man kürzlich auch noch vom Denkmalschutz für den Thälmannpark „überrascht“ wurde, weil man das Thema während der ganzen Untersuchung bewusst ignoriert hatte, bleibt von dem Gutachten nun nicht mehr viel Substanz übrig. Es ist nur noch eine geradezu lächerlich aufgeblasene Empfehlung, dem Immobilienhändler, der das ehemalige Güterbahnhofsgelände für n Appel und n Ei gekauft hat, endlich sein heiß ersehntes Baurecht zu verschaffen. (AH)

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*Über das riesige Areal wurde auf nur einem einzigen Workshop gerade mal eine Stunde diskutiert, das Erweiterungsgebiet am Saefkowpark kam erst später dazu und konnte dort noch gar nicht behandelt werden. Genau dort ist aber der Großteil der Bebauung vorgesehen. Eine gesonderte Beteiligung für Kinder und Jugendliche fand nicht statt.

**Siehe z.B. die Stellungnahme der Anwohner-Initiative Thälmannpark

***Siehe auch das Konzept von Anwohnern www.teddyzweinull.de

Gelenkte Bürgerbeteiligung

Die Firma BulwienGesa AG ist eine der führenden Beratungsgesellschaft auf dem Gebiet Stadtplanung, Stadtentwicklung, Immobilienmarktbeobachtung, Großprojekte etc..

Die Bürgerbeteiligung kann man nicht dem Selbstlauf überlassen, sondern muss sie heute wie andere Standortkomponenten (Umwelt, Verwaltung etc.) von Beginn an professionell managen. Akzeptanzmanagement nennt sich das modernistisch.

Dazu hat die AG auch ganz professionell eine eigene Tochtergesellschaft platziert

 Zivilarena GmbH. –

Die Zivilgesellschaft als GmbH – dieser Kapitalismus ist genial. Alles wird sofort in marktgängige Waren umgewandelt, wird käuflich und verkäuflich. Bürger-Beteiligung als Dienstleistungsware – das ist nur konsequent. Was STERN und Stattbau für die öffentliche Hand im Kleinen liefert BulwieGesa/Zivilarena für den richtigen Markt im Großen,

und lädt nun unter dem Titel

Zivile Stadtgesellschaft – Beteiligung und bezahlbarer Wohnraum

zu der ganz wunderbaren Experten-Vorträgen und einer wunderbaren Talk – Runde ein.

Wen finden wir da – neben Frau Schade von der Wohnungsbauleitstelle des Senats – unter den Talk-Gästen? Ja, unseren Freund,  den allseits bekannten Henrik Thomsen, jetzt Groth-Gruppe, davor CA Immo, davor Vivico Real Estate.

Er hat bestimmt viel darüber zu berichten, wie man mit einer widerspenstigen Bürgerschaft am Mauerpark umgeht.

Die Bürgerbeteiligung ist im heutigen komplexen Immobilienmarkgeschehen eine zu wichtige Sache, als sie den  Bürger-Laien  überlassen werden kann. Die können/sollen mitspielen, aber ordentlich professionell platziert und geführt.

Spaziergang mit Speckmann

Die Evangelische Akademie Berlin lud zu einem Rundgang in den Thälmannpark ein. Man konnte sich von Christoph Speckmann vom Stadtentwicklungsamt Pankow über die Entwicklungen und Aussichten, über Probleme und Chancen des Areals informieren. Immerhin kamen dann auch ca. 50 Interessierte und die Anwohnerinitiative Thälmannpark war auch eingeladen.

Ganz klar wurden Konfliktlinien zwischen Bezirksamt und Anwohnerinitiative skizziert. Hier ging es inbesondere bei der Planung des Areal am Güterbahnhof, dass sich im Besitz des Investors Gerome befindet, der  es mit hochpreisigen und 22-stöckigen Penthäusern bebauen will. Die Initiative will dort nichts bebauen und sieht das Gelände als einem Teil eines Grünbandes bis zum Anton-Seafkow-Park. Grundlage dieser Forderung ist die Kampagne TeddyZweiNull.

Hr. Speckmann bestätigte immerhin, dass es hier zwei konkurierende Konzepte gibt. Eben Beton oder Grün! Überhaupt war der Voruntersuchungsbericht der Firma Stattbau Gegenstand der Diskussionen beim Spaziergang. Zumindest konnte der Unmut der Initiative zu diesem Bericht übermittelt und kommentiert werden. Die Gäste des Rundganges konnten sich selbst ein umfassendes Bild zur Problematik machen.

Interessant war eine kleine Bemerkung Speckmanns gegenüber den Damen von der Stattbau, wo er auf die Aufforderung, dass doch Stattbau selbst was dazu sagen sollte, mit einem Affront reagierte, nach dem Motto, die hätten eh nichts zu sagen und nur das zu schreiben, was der Auftraggeber, in diesem Fall das Bezirksamt, vorgab. Das ist schon eine sehr eigenwillige Einstellung zu in Auftrag gegebenen Gutachten, wenn das, was drin stehen soll, vorgegeben wird. Wahrscheinlich ist das gängige Praxis beim Bezirksamt Pankow.

Insgesamt war es dennoch ein sehr interessanter und aufschlussreicher Nachmittag im frühlingshaften Thälmannpark, der dann noch mit erfrischenden Fragen und konstruktiven Diskussionen endete.

Senator Müller und die Betonkoalition

„Für die einen ist es ein Konjunkturprogramm für Eigentümer schwer vermietbarer Ladenlokale – für die anderen ein Akt notwendiger Bürgernähe.“ (Quelle: Prenzelberger Stimme)

Es hätte ein schöner Nachmittag werden können. Clara West von der SPD lud auch uns von der angrenzenden Anwohnerinitiative in ihr Abgeordnetenbüro in die Naugarder Straße zur Neueröffnung ein. Es gab Cous Cous, Chili con carne und Käsekuchen, auf den selbstgebackenen Waffeln prangte das Parteilogo, die obligatorischen Fähnchen und Ballons wie bei jeder Partei durften auch nicht fehlen. Viel Prominenz hatte sich angesagt.

Sogar ein echter Senator gab sich die Ehre. Stadtentwicklungssenator Michael Müller erfüllte dann auch die Erwartungen auf eine kleine Glückwunschrede, die sich aber dann doch noch zum fetten Einpeitschen seiner Genossen auf die Agenda der Berliner SPD in Sachen Wohnungsbau entwickelte. Er schwor die Anwesenden auf das Mantra – Bauen um jeden Preis – ein.

Es soll ganz viel gebaut werden, weil so viele Menschen nach Berlin, insbesondere Pankow, kommen wollen. Dafür muss es schnell und unkompliziert Baugenehmigungen geben. Über Mitbestimmung von Bürgerinnen und Bürger wurde in diesem Zusammenhang nicht viel gesagt. Hauptsache Verdichtung. Damit soll dann auch das Wohnungsproblem in der Stadt gelöst werden.

Nun ist ja der Trick, dass auf Grund der Wohnungsnot in Berlin Neubau kaum abzulehnen sei. Der werte Senator sagte nämlich nicht, für wen denn eigentlich Wohnraum zu schaffen ist. Und wer ihn schaffen soll. Die übliche Praxis des aktuellen Senats, aber auch des Vorgänger-Senats und der Bezirke, ob sie nun von SPD, Grünen, LINKEN oder der CDU dominiert werden, ist, die Baugenehmigungen den Immobilienhändler, wie Groth, Gerome oder Göppel zu erteilen und nur im hochpreisigen Segment Wohnungsneubau errichten zu lassen. Damit wurde und wird die Wohnungsnot für Normalbürger in keinster Weise gelindert.

Im Gegenteil, die Topwohnungen in Toplagen werden jetzt international angeboten, damit sich der Zuzug des kosmopolitischen Jetset erhöht und aus den üppig fließenden Erlösen eine ordentliche Rendite raus kommt.

Das von Senator Müller angesprochene Ursache-Wirkung-Prinzip ist in Wirklichkeit eine einseitige Darstellung, es ist ja nicht so dass halb Gelsenkirchen vor den Toren Berlins steht. Warum der Senator mit seinen Worten die Wirklichkeit so verzerrt und vereinfacht darstellt und sich zum Fürsprecher der Immobilienbranche macht, erschließt sich an diesem Nachmittag vielleicht nur seinen SPD-Genossen. (RW)

Ideologisch aufgeblasener Bullshit

Die antikommunistischen Reflexe funktionieren noch. Mit welch unterirdischer Polemik und ideologisch aufgeladenem Antikommunismus die Erklärung der Berliner Denkmalbehörde zum Thälmannpark in der BZ kommentiert wurde, ist so unfassbar unreflektiert, unjournalistisch und dumm.

Dass der Thälmannpark jetzt als Flächendenkmal anerkannt wird, hat doch geschichtliche und architektonische Gründe. Will denn der Autor des Schimpfpamphletes in der BZ jede Geschichte und geschichtliche Aufarbeitung aus Berlin verbannen?

Dass es natürlich einer differenzierten politischen und geschichtlichen Einordnung der Person Ernst Thälmann bedarf, steht außer Zweifel. Eine Informationstafel auf dem Platz wird Licht ins Dunkel bringen.

Was will aber der Autor Schupelius uns mit dem Beitrag sagen? Soll das Areal abgerissen werden? Und dann endlich Platz für die Paläste von Immobilienspekulanten geschaffen werden, die dann den Park bis zur Unkenntlichkeit zubetonieren können, um auf ihre Rendite zu kommen? Das wäre sicher ein holder Traum des BZ-Autors. Alles DDR zerstören!

Er hat nicht verstanden, wie man mit Geschichte umgeht, auch wenn sie schwierig ist. Wir verherrlichen ja auch den preußischen Militarismus, aber das ist sicher nicht so schlimm. Ist die Erinnerung an die kommunistische Gewaltherrschaft (für die Menschen in den Westbezirkes) so schmerzhaft, dass jede Erinnerung auszumerzen ist? Wie es den Menschen im Osten damit geht, wird hier nicht gefragt.

Übrigens war das Denkmal von Ernst Thälmann schon vorher unter Schutz gestellt. Da wäre mit einem Abriss eh nichts zu machen.

Es ist sehr angenehm zu wissen, dass in der Landesbehörde für Denkmalschutz sehr unaufgeregte, unideologische und geschichtsbewusste Menschen den Ton angeben, um sehr verantwortungsvoll den Berlinern ihre Geschichte deuten wollen. Die reaktionären Scharmützel der BZ kann man getrost ignorieren. (RW)

Für neue Herausforderungen gerüstet

Eines der Eckpfeiler der Anwohnerinitiative Thälmannpark ist Transparenz. Wir forcierten einen regen Austausch von unterschiedlichen Meinungen, Bedürfnissen und Ansichten. Das gesamte Spektrum der heterogenen Bevölkerung sollte und soll über die Initiative eine Stimme bekommen. Es wird keine Meinungsmacher geben, die fertige Meinungen aus einem kleinen Kreis der Öffentlichkeit als Meinung der hier lebenden Menschen unterjubeln. Jederzeit stellt die Initiative den Rahmen zur autonomen Meinungsäußerung aller zur Verfügung.

Diese Möglichkeit wird von vielen Menschen genutzt. So auch bei den Stellungnahmen zur Voruntersuchung von Stattbau. Nach der Genehmigung der Autoren veröffentlichen wir diese Stellungnahmen. Wie die von uns praktizierte und geforderte Transparenz auch vom Bezirksamt und Stattbau durchgeführt wird, lässt äußerst zu wünschen übrig.

Die über 40 Stellungnahmen finden, auch wenn sie anonymisiert werden können, leider keinen Weg an die Öffentlichkeit. Wie hier Zusagen des Amtes verschleppt und blockiert werden, ist so nicht hinzunehmen. Mit dem Verweis, man würde zur Erörterungsveranstaltung von Stattbau im April sich mit den Stellungnahmen beschäftigen, zeigt das Amt sein eindeutiges Desinteresse an Bürgerwillen und -meinungen. Es ist nicht nachzuvollziehen, wie man auf einer einzigen Veranstaltung so vielen Meinungen gerecht werden will. Wahrscheinlich ist das auch nicht politischer Wille.

Stattdessen ist das Ziel von Baustadtrat Kirchner, die Anwohnerinitiative zu diskreditieren, wie er es in Interviews des Öfteren getan hat. Da zeigt er viel mehr Kreativität, als tatsächlich Bürgerwillen in städtepolitische Konzeptionen einfließen zu lassen. Er sollte wissen, dass die Initiative durchaus eine Gewichtung und ein stabiles Fundament aufweist, das uns für die zukünftigen Aufgaben im und um den Thälmannpark gerüstet hat.

Raik Weber

Thälmannpark – das geteilte Denkmal

von Günter Hahn

Seit November 1985 wohne ich hier auf dem Gelände des alten Gaswerkes. Thälmannpark wurde das Gebiet erst nach der offiziellen Eröffnung im April 1986 genannt und danach die Gestaltung des Gesamtkomplexes mit der Eröffnung des Planetariums 1987 vollendet.

Bis zum Jahr 1995 wurden alle Einrichtungen auch gut gepflegt, wodurch die Benutzung durch Anwohner und Bürger aus den umliegenden Kietzen gern wahrgenommen wurde.

Danach wurde es anders.

Durch die Feststellung von Altlasten, die wegen nicht sachgerechter Entsorgung bei der Demontage des Gaswerkes im Boden verblieben waren, wurden umfangreiche Entsorgungsmaßnahmen durchgeführt, sowie die Brunnenanlage zur Versorgung des Teichs und der Grünanlagen stillgelegt und eine Grundwasserreinigungs-Anlage installiert, welche bis zum heutigen Tage betrieben wird. Die Pflege der Einrichtungen und Anlagen lies deutlich nach. Der Thälmannpark dämmerte vor sich hin, blieb als Einheit jedoch erhalten und hatte immer noch einen guten Zulauf durch Anwohner sowie Gäste. Die Wohnungen waren und blieben preiswert obwohl die GEWOBAG und die Wohnungsbaugesellschaft Zentrum ab dem Jahren um 2006/ 2007 umfangreiche Sanierungen vorgenommen haben, die noch weitergeführt werden sollen.

Wegen der fast vollständig erloschenen Pflege des Teiches und Grünanlagen übernahmen rührige Bürger ab 2008 die Pflege des Teiches, wie auch teilweise die Säuberung von Grünanlagen und Wegen.

Wegen der lockeren Bebauung im Thälmannpark und Umfeld entstanden ab dem Jahr 2010 Begehrlichkeiten durch Investoren, die infolge knapper Kassen des Bezirks zu Teilerfolgen führten. Der Prenzlauer Bogen entstand bereits, das Vorhaben „Ella“ wird derzeit erbaut und das Areal des Güterbahnhofs Greifswalderstraße an den Investor Gerome verkauft.

In dieser Situation wurden Einwohner aktiv. Es bildete sich im Dezember 2012 die Anwohner-Initiative Thälmannpark, welche durch ihre Aktivitäten bisher verhindern konnte, dass beabsichtigte weitere Bebauung im sowie am Thälmannpark nicht erfolgte.

Das Gelände des ehemaligen Gaswerkes von der Prenzlauer Alle bis zur Greifswalder Straße und Danziger Straße wurde von Architekten, Landschaftsgestaltern und Künstlern der ehemaligen DDR als Ganzes, den Thälmannpark gestaltet. Diese Einheit ist sowohl in Büchern beschrieben und findet seinen Ausdruck sowohl in Stadtplänen wie auch Beschreibungen im Internet.

Das Landesdenkmalamt folgt dieser Einheit des Thälmannpark als Ganzes mit seinen

„Erläuterungen zum Vorliegen der Merkmale eines Denkmals“ vom 09.01 2014 nicht.

Im Textteil der Erläuterungen steht auf der zweiten Seite richtig:

„Die relativ zentrale Lage der Wohnbauten im Ernst-Thälmannpark, 2,5 Kilometer vom Alexanderplatz entfernt und noch innerhalb der Ringbahn gelegen, erklärt sich aus der Stilllegung des vorher dort befindlichen Gaswerkes. Die Idee, dieses Areal zwischen Danziger Straße im Süden, der Prenzlauer Allee im Westen, der S-Bahn-Trasse im Norden und der Greifswalder Straße im Osten städtebaulich neu zu ordnen, wurde …..“

Auf der dritten Seite heißt es wiederum richtig:

„Im Nordwesten ist die Bebauung unterbrochen, so dass sich ein fließender Übergang zum Parkbereich, der sich parallel zur Ringbahn bis zum Planetarium an der Prenzlauer Allee erstreckt, ergibt.“

Der Thälmannpark als Ganzes ist mehr als eine Wohnsiedlung mit Park und Denkmal. Ohne die mehrfach erwähnten „Wohnfolgeeinrichtungen“ in den Erläuterungen ist der in die Denkmalliste aufgenommene Teil des Thälmannpark unvollständig und wissenschaftlich nicht nachvollziehbar.

Das Denkmal ist und bliebe geteilt und das verwundert schon, denn wir sind sehr wohl bei der Aufarbeitung der Teilung schon recht weit voran gekommen.

Bezirksämter von Berlin: Wir machen den Weg frei!

Bauprojekte in Berlin: Dafür suchen „wir“ Bauflächen?
Dafür schaffen wir Baurecht?
Dafür beschleunigen wir Genehmigungsverfahren?

Leider haben die Projekte keinen entlasteten Einfluss auf die angespannte Wohnungsbausituation in Berlin, denn bezahlbarer Wohnraum ist bei den Wohnprojekten überhaupt nicht zu finden. Der Senat und auch die Bezirke versuchen mit dem Trick, dass Berlin ja Wohnungen braucht, den Menschen weiß zu machen, dass die Investoren dafür sorgen.

Hier die Liste der ominösen Projekte, wofür von den entsprechenden Bezirksämter der Weg frei gemacht worden ist:

Hesse-Gärten, Hermann-Hesse-Str. 13-14;
http://hessegaerten.de/index.php/hessegaerten
Viktoriagärten, Blankenburger Straße 31-37:
http://home.immobilienscout24.de/12643775
Ossietky 11
http://www.ossietzky11.de/
Dietzgenstr. 1-5, An den Schlossgärten,
http://www.arch-schmid.de/projekt_schlossgaerten_sv.html
Wohnen im Galenuspark (verkauft/bewohnt)
http://www.höhne-architekten.de/projekte_details.php?id=124&pic=1
Mendelkarree in der Mendelstraße, nahe Schlosspark
http://www.mendelkarree.de/
Floragärten Flora-/Gaillardstr.
http://www.flora-pankow.de/r-impressum.html
Baugemeinschaft Himmel & Erde – Das Ökoprojekt nun auch ohne Pool auf dem Dach, aber
immer noch mit Weitblick – Brehmestr. 36 – auf Kleingärten der KGA Famos;
http://www.area-berlin.de/aktuelle_projekte.html
Brehmestr./Gaillardstr. (ehemaliges Roseneck)
http://www.hbb.de/detailansicht-wohnungsbau/project/wohnungsbauprojekt-brehmepalais.
html
Gounodstr. 47-57
http://www.gounod.de/index.htm
Falkenberger 2
http://www.moehring-architekten.de/projekte/realisierungen/filomena/projektdaten/
Komponistengärten
http://www.komponistengaerten.de/
Schön wohnen am Kreuzpfuhl
http://berlin.neubaukompass.de/Berlin/Weissensee/Bauvorhaben-Schoen-wohnen

Wohnanlage Ella-Kay-Str/Thälmannpark;
http://www.ella-berlin.de/berlin-prenzlauer-berg.html

Prenzlauer Bogen, verkauft/ bezogen.
http://www.prenzlauer-bogen.de/
Greifswalder 200, verkauft/bezogen.
http://www.urbanspaces.de/index.php/projekte/9-winsgaerten
Schönhauser Allee – hochwertiges Wohnen am Cantianeck; im Bau
http://cantianeck.de/
Thulestraße
http://www.thule40.de/seiten/
Dietzgenstraße
http://www.uhlandgaerten.de/
Garibaldistr. / NCC (fast ausverkauft)
http://www.nccd.de/de/Aktuelle-Wohnprojekte/Suche/BerlinBrandenburg/Berlin-
Pankow/Wilhelmsruh1/Garibaldistrasse/

http://www.urbanspaces.de/index.php/projekte
http://www.kondorwessels.com/index.php?id=3
http://grothgruppe.de/site/198/Flottwell_Living.html

Das ist ein kleiner pankow-lastiger Ausschnitt vom dem, was in Berlin auf dem
freifinanzierten Wohnungsneubaumarkt sich tut.
Dafür werden Bauflächen in der Stadt gesucht (und gefunden).