Wozu Bürgerbeteiligung? – Wir wollen bauen!

Wie die Prenzlberger Stimme berichtet, wurde die Ausschusssitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und ein bisschen Grünanlagen am vergangenen Donnerstag von mehr als 300 Anwohnern „gestürmt“. Was war geschehen?

Am 08. September hatte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt einen städtebaulichen Wettbewerb für das Wohngebiet entlang der Michelangelostraße ausgeschrieben.  Ein Sieger wurde schnell gefunden, schließlich winkten Preisgelder in Höhe von 108 000 Euro.

Leider hatte man in der Eile völlig vergessen, die betroffenen Anwohner zu informieren, so dass diese den Lobgesang über den tollen Wettbewerbssieger aus der Presse entnehmen konnten. Gut gemacht. Nachdem die Bürgerbeteiligung im Thälmannpark-Areal ja voll daneben gegangen war und die Bürger sich erdreistet hatten, mit eigenen Ideen, Frage und Kritik die Pläne eines Investors zu hinterfragen und eine sinnvolle Alternative zur Diskussion vorzuschlagen, hat man im Senat und im Bezirk gelernt. Wie der damalige Senator und mittlerweile Bürgermeister Müller 2014 Aktiven der AI Thälmannpark gegenüber klar gesagt hat, gibt es für ihn ein schlagendes Argument: „Ich will da bauen“! Da stören die blöden Bürger nur, die werden schnell wütend und im schlimmsten Fall haben die auch Argumente und zeigen Anzeichen von Intelligenz. Nicht gut. Bis zur Wahl sind es nur noch knapp zwei Jahre, da müssen Erfolge her. Baubetonerfolge. Was das für die soziale Infrastruktur, den Verkehr, die Grünflächenversorgung etc. bedeutet? Darum kümmern wir uns dann später, erst werden Tatsachen geschaffen!

Diese Dreistigkeit und Dummheit ist kaum mehr zu überbieten. Nach dem Volksentscheid zum Tempelhofer Feld wurde nix gelernt, außer dass es wohl besser ist, die Leute nicht zu fragen. Um es ganz klar zu sagen: Die Stadt besteht nicht aus lauter Wutbürgern, die prinzipiell gegen den Neubau von Wohnungen sind. Diese Wohnungen sollten aber bezahlbar sein, und die vorhandenen Probleme der gesamten Infrastruktur nicht weiter verschärfen. Wohldurchdachte Stadtentwicklung benötigt Zeit. Das tiefe Mistrauen der Bevölkerung gegen diese Bastabeton-Politik wird durch das Vorgehen bei der Michelangelostraße weiter wachsen. Echt gut gemacht. Euch wählen wir alle wieder, Ihr seid unsere Besten.

Anfang März soll nun der Tagesordnungspunkt der Vorstellung des Wettbewerbsergebnisses in einem ausreichend großen Raum erfolgen. Und danach geben alle wohl hoffentlich Ruhe, damit bald gebaut werden kann. Bald sind Wahlen. Mal sehen. (OO)

P.S.: Die Ergebnisse des Siegerentwurfes des Wettbewerbs sollen auch mal wieder ausgelegt werden, und zwar in der Sparkasse in der Greifswalder Straße. Geile Location. Warum nicht gleich irgendwo im Brandenburgischen, da gibt es wenigsten Platz.

 

 

 

 

 

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