Offener Brief zur Ablehnung des Einwohnerantrages „Planverfahren Grünzug“


        Offener Brief der Autoren des Einwohnerantrages

                    „Planverfahren Grünzug“ vom 14.06.17

 

              An alle Unterzeichner einer sehr grünen Idee

      – der Nichtbebauung des ehemaligen und schwer verseuchten         

       Güterbahnhof-Geländes (ehemaliges Gaswerk),     

          zwischen der Prenzlauer Allee und Greifswalder Straße.

 

Liebe Mitstreiter der Idee einer Frischluftschneise und Entwicklung eines Grünzuges vom Ernst-Thälmann-Park bis zum Anton-Saefkow-Park.

Am 13.06.17, stimmten in der Ausschusssitzung der BVV Pankow, nach jahrelanger Standpunktsuche im Parteienspektrum, alle Fraktionen der BVV, mit  Enthaltung der AFD, gegen die Entwicklung eines Grünzuges ohne gefährliche Tiefenbebauung, ab.

Also gegen unseren Einwohnerantrag mit 1742 Unterschriften.

SPD, CDU, GRÜNE und die LINKEN stimmten einer Stadtentwicklungsphilosophie zu die ab jetzt lautet:

„ALLE SOLLEN VON ALLEM GRÜN, WAS JETZT SCHON ZU WENIG IST, SOVIEL HABEN, WIE SIE NIE BEKOMMEN WERDEN. UND DAS UNBEDINGT UND VOR ALLEM SO ZEITNAH WIE MÖGLICH!!

Es lebe der Investor – die Rendite regiert und die Mieten steigen weiter. Es wird wie es bleibt, nur schlimmer.

Darin sind sich alle Volksdeputierten einig.

  • DIE LINKEN, die dort „sozialbezahlbar“ bauen wollen aber dieses Wort so langsam beim unbedingten Mitregieren, mal so aus den Augen verloren haben. Denn „bezahlbar“ ist in Berlin ja alles.
  • DIE GRÜNEN, die, trotz Özdemirs und Göring-Eckarts Aufruf an die Mitglieder vor der Wahl: „Die Ökologie ist die Kernkompetenz unserer Politik……“, dieses schwer kontaminierte Gelände für Tiefgaragen und sogar einen Schulcampus öffnen wollen.
  • Die SPD, die das Wort „sozialdemokratisch“ gar nicht mehr buchstabieren kann. Selbst Martin Schulz lässt am Ende schon ein „s“ weg.
  • Die CDU, die bei Siegesaussicht, flattert wie die Fahne im Wind und schon mit dem Seehofer Duktus „was kümmert mich mein Geschwätz von gestern“, lebt, bekam großen Dank vom Investor.
  • Die AFD, die nicht mal „Eier in der Hose“ hatte, um wenigstens für den Einwohnerantrag zu stimmen.

Es wird nun also ein sehr stark belastetes Gebiet (>Z2), tiefgründig eröffnet. So sei es denn also beschieden. Im Namen der Roten, der Grünen und der heiligen Linken mit Christlichem Unions-Segen obendrauf.

Dem eindeutig formulierten und mit 1.742 Unterschriften zum Ausdruck gebrachten Bürgerwillen, steht die Breitseite an Politik, ohne sachliche Begründungen entgegen.

Wir sind tief enttäuscht, von der kommunalen Bezirkspolitik und sind der Meinung, dass der Bezirk, in der derzeitigen politischen Interessenlage die ungezügelt Rendite- Jagd privater Investoren unterstützt und damit dem Stadtteil Prenzlauer Berg schweren Schaden zufügt.

 

„Die Reichen können wohnen wo sie wollen. Die Armen können wohnen wo sie sollen“.

Oder frei nach Brecht:

„Ist der Stadtteil ruiniert, bau’n wir dort ganz ungeniert“.

Wir danken allen Bürgerinnen und Bürgern sehr für ihre Diskussionsbereitschaft ihr Engagement und ihre Unterschrift.

Die Initiatoren des Einwohnerantrages   „Planverfahren Grünzug“

 

Wolfram Langguth       Angelika Hornig         Volker Herold

Die Zukunft war früher auch besser! (K. Valentin)

P.S. (Der Setzer): In Zukunft sollten die BVV Verordneten wie im alten Athen aus der Menge aller Wahlberechtigten in Pankow ausgelost werden und nur Ihrem Gewissen verantwortlich sein. Die Parteien wirken bei der Willensbildung auf dieser Ebene nur beratend mit.

4 Gedanken zu „Offener Brief zur Ablehnung des Einwohnerantrages „Planverfahren Grünzug“

  1. Pingback: Keiner hat „ja“ gesagt – offener Brief zur großen Koalition in Pankow gegen Mehr Grün! | Anwohner-Initiative Ernst-Thälmann-Park

  2. Raik

    Politik ist kein Partner der Bürger*innen. Versagen auf ganzer Linie. Über 1700 Unterschriften für ein dringend benötigten Grünzug für die Tonne. Die Arroganz und Ignoranz der gewählten Lokakpolitiker in der bvv Pankow ist damit kaum übertroffen. Jede Hoffnung, die Linke als stärkste Kraft, könnte mit der zählgemeinschaft mit SPD und Grünen einen Paradigmenwechsel im Haifischbecken der renditegeilen Investoren herbeiführenund sich wenigstens behaupten, wurde eine derbe Abfuhr bereitet. Sie sind keinen Deut besser. Dafür ist man aber Bürgermeister (sören benn) geworden und hat Interessen und die Wünsche der Bürger*innen komplett verraten. Es bleibt tiefe Enttäuschung und Leere. Das Vertrauen ist vollständig zerstört. R.W.

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  3. Pingback: BVV Pankow: Es ist nicht gerade jetzt ratsam, auf die Interessen der Bürger*innen zu scheissen  | Konter&Revolution

  4. Germania

    Marcus Tullius Cicero war ein römischer Politiker, Jurist, Schriftsteller, Philosoph und der Überlieferung nach, auch ein hervorragender Redner Roms, im Jahre 63 vor dem Herrn. Er wusste es schon damals sehr genau:

    „Eine Nation kann ihre Narren überleben – und sogar ihre ehrgeizigsten Bürger. Aber sie kann nicht den Verrat von innen überleben. Ein Feind vor den Toren ist weniger gefährlich, denn er ist bekannt und trägt seine Fahnen für jedermann sichtbar.
    Aber der Verräter bewegt sich frei innerhalb der Stadtmauern, sein hinterhältiges Flüstern raschelt durch alle Gassen und wird selbst in den Hallen der Regierung vernommen. Denn der Verräter tritt nicht als solcher in Escheinung: Er spricht in vertrauter Sprache, er hat ein vertrautes Gesicht, er benutzt vertraute Argumente, und er appelliert an die Gemeinheit, die tief verborgenen in den Herzen aller Menschen ruht.
    Er arbeitet darauf hin, dass die Seele einer Nation verfault. Er treibt sein Unwesen des Nächtens – heimlich und anonym – bis die Säulen der Nation untergraben sind. Er infiziert den politischen Körper der Nation dergestalt, bis dieser seine Abwehrkräfte verloren hat. Fürchtet nicht so sehr den Mörder. Fürchtet den Verräter. Er ist die wahre Pest!“
    Marcus Tullius Cicero
    * 3. Januar 106 v. Chr. † 7. Dezember 43 v. Chr

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