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Jenseits der Trasse

„Die Duldung und Sympathie in weiten Teilen der örtlichen Kneipenlandschaft in Prenzlauer Berg (Richtung Weissensee) gegenüber Alltagsrassismus, rechtem Fußballspektrum und Nazis schafft hier die Basis fürs rechte Wohlfühlklima“

Gemeint ist die Kneipe Stumpfe Ecke, die am vergangenen Samstag ca. 50 Nazis, die sich unter Polizeischutz kennenlernen wollten und mit der Hogesa (Hooligans gegen Salafisten) Pläne schmieden konnten.

Gemeint ist die Bierquelle in der Greifswalder Straße, deren Gäste (nicht das erste Mal) an diesem Abend zwei Gegendemonstranten der NorthEast-Antifascists-Gruppe nicht nur bedrohten, sondern auch schlugen. (Bericht)

Gemeint sind weitere Kneipen und Anlaufstationen für Nazis und Sympatisanten jenseits des S-Bahnhofes Greifswalder Straße, ob es die Eastside-Sportsbar ist, oder der Thor-Steinar-Laden nahe dem Antonplatz. Die braune Brut hat sich hier dermaßen breit gemacht, dass einen Angst und Bange werden kann.

Hooligans des BFC Dynamo waren nach einem Spiel im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark sogar schon beim Schnitzelkönig gegenüber dem Thälmanndenkmal gesichtet worden.

Willy Bresch und das Lorentz-Eck, echte alteingesessene Kneipeninstitutionen, wehren sich erfolgreich gegen eine Übernahme von rechts. Und bekommen, je nach Bedarf, dafür auch Unterstützung der örtlichen Antifa.

Die Angst vor den Zuständen der 90-er Jahre, wo es noch eine stabile rechte Community auch im Thälmannpark gab, sind berechtigt. Schienen diese Zustände eigentlich längst überwunden, zeichnen Vorkommnisse der letzten Monate ein anderes Bild. Nun sieht es anscheinend so aus, dass die Gegend wieder einmal zunehmend attraktiver für das Nazispektrum wird. Der Aufmarsch der Nazis und der Hooligans in der Naugarder Straße war ein erster Warnschuss.