Ein Ohr für Volker

Liebe Teddys und Bärinnen,

vielen Dank für die wunderbare Putzaktion und die rege Teilnahme. Auch wenn sich das Gefühl breit macht, es wär ja nichts zu sehen aber: „steter Besen, schrubbt den Park.“ Reim dich oder ich fress dich – Entschuldigung. Aber ich denke wir wissen was wir geleistet haben. Außerdem sehn wir uns und alle anderen sehen uns und wir sind präsent und reden mit allen anderen. Habt herzlichen Dank!

Ich möchte gerne noch ein paar Sachen zu der unsäglichen Veranstaltung in der Wabe los werden und hier gewissermaßen zur Diskussion ans Brett heften.

Diese Veranstaltung war in ihrer Arroganz, Überheblichkeit, Selbstgefälligkeit und Narzissmus von Göpel, Stattbau und Kirchner nicht zu überbieten.

Meine Oma sagte immer: „wie der Herre, so`s Gescherre.“ Und da hat sie recht, wenn`s der Wowi doch vormacht. Nun bleibt er doch Platzwart in Schönefeld. Und da wundert sich der Göpel, dass wir, mit Berliner Bauvorhaben gebrannten Kinder, seine Vorhaben bitte schön überwachen wollen. Im Nachhinein war ich aber froh über den sachlichen Verlauf der „Veranstaltung“. Die blasierte Dreifaltigkeit fühlte sich relativ sicher und liess die Maske mal fallen.

Andreas hat das übrigens glänzend gemanagt. Hut ab mein Lieber, deine Ruhe möcht ich haben.

Ich bin froh, in einer Situation zu leben, um zwei Gesellschaftsordnungen ausprobieren zu können. Die erste zerlutschte sich, weil der Mensch angeblich im Mittelpunkt stand. Da standen wir also. 40 Jahre im Mittelpunkt und standen und standen. Es gab Lob für Alle aber nicht für Jeden. Irgendwann aber, will er auch mal `n Stück gehen, da will er auch mal raus der Mensch. Da will er sich die Welt anschauen, wegen der Weltanschauung. Also haben wir die Mauern damals umgeschupst und was getan für die Weltanschauung, während uns die Welt anschaute.

Die Umschups-Phase war eine interessante Zeit, anarchistisch mit der Hoffnung auf eine neue deutsche Qualität. Eine Zeit der runden Tische und Foren, an die ich in der Wabe erinnert wurde. Von diesen runden Tischen dachten wir damals – hier fängt Demokratie an, von hier werden wir gehört. Es beginnt was Neues.
In der Draufsicht von heute begreife ich, wie viel damals verspielt wurde und verspielt werden sollte. Aus taktischen Gründen verquatscht, verschoben, vertagt, versprochen und dann verspielt. Die BILD titelte damals: „Der ganze Salat kostet uns 520 Milliarden.“ Das war der Wert der DDR.
Der damalige de Maiziere, der Lothar, hatte ganz kurz die Idee – das wäre doch das auszuzahlende Volkseigentum an Produktionsmitteln der VEB´s und landwirtschaftlichen Genosenschaften, LPG. Er wurde aber ganz schnell von Frau Treuhand eines besseren belehrt und Frau Treuhand rechnete alles mal schnell auf Null. Es gab Betriebe für eine Mark. Das streunende Humankapital wurde dann, ausgerechnet von ROT / GRÜN und einem Wirtschaftskriminellen, mit der Agenda 2010 und Hartz IV eingefroren.
Eine neue deutsche Qualität gibt es bis heute nicht und ich komm mir vor, als lebe ich in einem Land das 20 Jahre verschlafen hat im Umgang mit seinem Volk – nicht aber mit der Industrie und ihren Lobbys.
Es gab keine Bildungsreform, keine Kassenreform, keine Energiereform, keinen gleichen Lohn für gleiche Arbeit, keine Kita und Kinderbetreuung, nur eine Rechtschreibreform, die bis heute keiner begreift. Ansonsten nur Taktiererei, Posten und Wahlversprechen. In dieser Demokratie bestimmen nicht wir die Politik, sondern die Wirtschaft regiert die Politiker.
Und damit wären wir wieder bei unserer Podiumsveranstaltung. Um uns gruppiert sich gerade eine Blase, die uns angeblich demokratisch mitnimmt aber die uns auslacht, bereits am 16. dachte uns auslachen zu können aber verunsichert das Terrain verließ. Die wechseln die Farben wie sie`s brauchen.
Die CDU – schreibt ab und errötet langsam, die SPD – hat Schwierigkeiten das Wort Sozialdemokratie zu buchstabieren und die Grünen- pantschen sich gerade einen neuen Topp Farbe zurecht.

Ich bin aus all diesen Erfahrungen zu dem Entschluss gekommen, dass es nur einen einzigen Satz gibt um dieser Blase Einhalt zu gebieten. Eigentlich nur ein Wort. Und das heißt NEIN. Nur auf ein NEIN reagieren sie noch. Nicht auf: wir werden abwägend entscheiden um die größtmögliche, gemeinsame Schnittmenge bestimmen zu können, auf Augenhöhe gegenüberstehen, um dann ganz zeitnah ein Stück weit in einem spannenden Prozess der Qualifizierung zu einem Ergebnis kommen, das proportional historisch aber vor allem zukünftig, uns keiner das Wasser reichen kann.

So was bitte nicht mehr!  Einfach nur NEIN und unsere Bedingungen. Basta.

Wir habe in der letzten Zeit eine so große Popularität erreicht, das wir durchaus unsere Bedingungen stellen können. Und zwar für ganz Berlin wenn es so weitergeht.

Ich favorisiere einen Bürgerentscheid für den Bestandsschutz der Berliner Großparks in den jetzigen Umrissen. Sowie einen Mietpreisdeckel für Berlin. Ich betrachte das Grün von Berlin als unser Volkseigentum.
Auch wenn es das dann nur in Berlin geben sollte, dann ist Berlin eben anders. Berlin war immer anders.
Für Architekten und Investoren gibt es in Hellersdorf, Hohenschönhausen, Marzahn, etc. genügend Möglichkeiten sich baulich auszutoben und mit der Bevölkerung dort Wohnräume und Quartiere zu, wie sie sagen, zu qualifizieren. Nach den Krawallen in Paris wurde dort, mit Erfolg, so eine Kampagne gestartet.

Danke für Euer Ohr –  der Volker vom Teich

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